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Mittwoch, 16. Juli 2014

Sommerpause...

Die Grüne Sauce mit Blüten von Pimpinelle und Schnittlauch war großartig.
Dazu Pellkartoffeln und Schnitzel Wiener Art - hervorragend.
Die Apfelsaftschorle und der trockene Rosé aus Hammerstein - sehr lecker.
Nun schlüpfe ich in meine Latzhose, nehme die Liebste an die Hand
und wir verschwinden im Wald.
Sommerpause.
Herzliche Grüße aus dem Westerwald.
Bis die Tage...
Adieu und auf Wiedersehen!
LG - Wolf

Montag, 14. Juli 2014

Geschafft!

Das war die erste im Haus gerauchte Zigarette, und nicht auf der Terrasse.
Alle Fenster standen offen, die Türe zur Terrasse ließ die Nachtluft ungehindert herein, und ich musste eine von zwei Zigaretten leise im Stehen rauchen.
Es ging nicht anders.
Hilde verschwand nach den ersten Brüllern, und die waren laut, sehr laut, und dann nahm alles seinen Gang...
Mario Götze schoß das Tor, nachdem Jogi Löw ihn mit dem Spruch auf das Feld schickte:
Du bist besser als Messi!
Recht hatte er!
Hilde?
Nun ist sie schon längst wieder da, frisst ihr Feuchtfutter und meint:
Sachmabistejetztwiedernormal???
Ja, ich bin wieder normal.
Aber: Normal ist das nicht!

Donnerstag, 10. Juli 2014

Ja, was war das denn???

Argentinien vs. Holland: Standfußball.
Zweiundzwanzig Mann rennen umeinander, wovon ganze Zwei sich in der Regel in einem kleinen Häuschen aufhalten, das nur von einem Netz bedeckt wird. Der Rest läuft frei herum.
Und nun?
Diese Zwanzig, die frei herumlaufen, haben weder Plan noch Zirkel, sie rennen einfach nur rum.
Dabei gefallen sich einige in ausgesuchten Posen, wenn sie einmal hinfallen.
Da fasst sich einer an den Kopf, als ob er gerade dort empfindlich getroffen worden wäre, und die Zeitlupe macht klar: Es war nur heisse Luft.
Oder die empfindlichen Beinchen. Schon stürzt ein Mann zu Boden, der eben noch völlig frei herumlief, er verzerrt das Gesicht zur Schmerzgebärde und die Zeitlupe zeigt: Da war nix.
Davon hatten wir gestern Abend reichlich und sehr gekonnt.
Standfußball vom Feinsten.
Sollte das der kommende Weltmeister sein. Mit Standfußball?
Nein, da vertraue ich nun mal ganz den deutschen Jungs.
Die werden rennen, retten und kämpfen.
Bis auf Mertesacker, der spielt ja mal wieder nur nach hinten.
Hoffentlich nicht, vor allen Dingen dann nicht, wenn Neuer mal wieder an der Mittellinie steht...
Wir werden sehen!

Mittwoch, 9. Juli 2014

Ich wundere mich überhaupt nicht...

Gestern Abend lief ein brasilianischer Hühnerhaufen gegen eine deutsche Wand.
Völlig falsch eingestellt und voller Selbstüberschätzung dachten die Brasilianer, es genügt lediglich, wenn sie aufs deutsche Tor zurennen und den Ball dort versenken.
Da hatten sie sich leider vollkommen verrechnet.
Die Räume, die sich bei einer so schludrigen Einstellung öffneten, ergaben dann ein Ergebnis zur dreissigsten Minute:
Fünf zu Null.
Spätestens beim Stande von Drei zu Null hätte der Trainer reagieren müssen und algerische Verhältnisse wären eingekehrt.
Aber nichts von Alledem passierte.
Und so kam es zum Jahrhundertereignis:
Brasilien verliert auf eigenem Platz gegen die deutschen Fußballjungs mit Sieben zu Eins.
Perfekt!

Dienstag, 8. Juli 2014

Der Sommer ist da: Es regnet!

Na endlich, es regnet.
Wochenlang nur schönes Wetter, dann gestern Abend ein kleiner Wolkenbruch mit heftigen Böen, nur ca. fünfzehn Minuten lang. Aber, wie gesagt, sehr heftig.
Nun regnet es schon den ganzen Vormittag, die Bäume und Sträucher sind entsprechend nass und ich brauche einen Schirm, um trockenen Schrittes die Garage zu erreichen.
Alles halb so wild. Wild, ja eher zahm, ruht Hilde im Terrassenzimmer, zusammengerollt und handlich anzusehen. Nur die Ohren sind gespitzt. Ich glaube tatsächlich, daß ich noch niemals gesehen habe, daß ihre Ohren schlaff  herunterhingen, wie bei jedem Hund, der pennt.
Meine Bewegungen außerhalb des Hauses haben nur einen Zweck:
Ab zum SB, dort schöne Sachen einkaufen, danach gut kochen und dem Fernsehabend entgegensehen.
Wie das anstehende Fußballspiel zwischen Brasilien und Deutschland ausgehen mag, das entscheidet nicht der liebe Gott sondern der Spielverlauf und die Gedanken/Beine der Spieler.
Hauptsache, Mertesacker spielt nicht dauernd nach hinten.
Das macht mich rasend - wo ich doch von Natur eher gemütlich geworden bin.
So denke ich, die Liebste leider nicht...

Sonntag, 29. Juni 2014

Körpersprache: 1. Hilde

Wir alle kennen Körpersprache, ja sogar bei unseren Lieblingen, egal ob Tier oder Mensch, wissen wir diese in der Regel sehr deutlich zu interpretieren.
Hilde, unsere geliebte Felldame im zarten Alter von zwölf Jahren, hat eine eigene Körpersprache entwickelt, die so ausgelegt ist, daß wir sie auch RICHTIG verstehen.
Sie entfernt sich von der Ruhe- oder Döseposition in Richtung Terrassentüre und schaut hinaus.
Nach ein paar Sekunden, in denen sie sich sicher ist, dass wir ihre Aktivität bemerkt haben, setzt sie sich so in den Raum, daß ihr Körper deutlich auf die offenstehende Küchentüre gerichtet ist.
Aha, und dort steht ihr Katzenbuffet; eine kleine Metall-Schüssel mit Feuchtfutter, eine kleine, getöpferte Keramikarbeit aus Friedberg mit Trockenfutter, eine Halbe aus Stuttgart mit frischem Wasser.
Kaum erhebt man sich, um den Zustand des Buffets zu kontrollieren, sitzt Hilde schon vor der völlig leeren Metallschüssel und blickt intensiv trauernd in Dieselbe hinein.
In der Folge greifen wir zum Nachschub und füllen frisches Feuchtfutter nach.
Der Nahrungsaufnahme, vulgo dem Fressen, folgt der Verdauungsspaziergang oder der Verdauungsschlaf.
Beides findet sowohl drinnen wie auch draussen statt, je nach Wetterlage.
Eine andere Art, auf beginnenden Nahrungsmangel hinzuweisen, besteht in der urplötzlichen Anschmiegsamkeit von Hilde, sei es durch Reiben an den Füßen oder einem Sprung auf den Beistelltisch und das interessierte Mitbetrachten des Fernsehers.
Egal, was läuft, wir wissen, sie will fressen und nicht fernsehen.
Kaum erheben wir uns, weil sie einem dermassen auf die Pelle rückt, daß man seine Ruhe haben will, schon sitzt sie wieder wie in Position Zwei vor dem Buffet.
Der Rest folgt automatisch. Wir kontrollieren und richten an.
Aber, es kommt auch vor, daß sie draußen an der Türe kratzt, ich lasse sie herein, sie stellt fest:
Leider leer - ich fülle frisches Feutfutter nach, sie schnuppert daran und verlässt das Haus wieder, in der ruhigen Gewissheit: Es ist ja angerichtet.
Bittegerne, Hilde!

Montag, 23. Juni 2014

Das war's

mit den gequetschten Kartoffeln.
Himmel Herrgott nochmal, ich möchte nicht wissen, wie oft der Vincent für diese Nummer geprobt hat. Bei mir und in meiner Pfanne erlebte ich ein Fiasko.
Die Kartoffeln gingen bei der Quetscherei einfach nur kaputt und ich hatte Mühe, diese Masse dann in der Pfanne in Form zu bringen und auch noch zu braten.
Der Schuß ging nach Hinten los, und nur, weil die Liebste auf frischem Rosmarin bestand, konnten wir die faulen Bratkartoffeln aus dem besten Olivenöl (Apulien) noch geniessen.
Nein, dieses Gericht wird es bei uns nicht mehr geben.
Wollen wir Bratkartoffeln haben, dann nehme ich festkochende, frisch geschälte Kartoffeln, heisse Butter und sonst nix. Braten, braten, braten - bis die Dinger kross und braun sind, goldbraun, kleine Zwiebel, fein gewürfelt dazu und fertig.
Dazu dann Nüsslisalat, Kopfsalat, Tomatensalat, Spiegeleier oder Lachs, Filet oder Roastbeef.
Aber unter keinen Umständen Kalbsgulasch.
Das mag der Vincent mögen, ich bevorzuge Krüstchengulasch.
Dazu geniessen wir Spaghetti oder Spirali.
Man lernt ein Leben lang.
Ich auch.

Donnerstag, 19. Juni 2014

Gequetschte Kartoffeln

Genial, Vincent Klink, einfach nur genial!

Durch einen Zufall landete ich im TV auf einem Kanal, wo der von mir leicht sehr verehrte Vincent Klink mal wieder rumzauberte. Das Hauptgericht bestand aus einem Kalbsgulasch mit frischen Zwiebeln und Tomaten, Kräutern aus dem Garten und - gequetschten Kartoffeln.
Die gequetschen Kartoffeln, oder Bratkartoffeln für Faule, bestehen in erster Linie aus Pellkartoffeln, die einfach mal in zwei Hälften geteilt werden.
Danach werden Zwiebeln fein gewürfelt oder in feine Scheibchen geschnitten.
Es folgt gutes Öl in eine große Pfanne, dorthinein dann haufenweise (wörtlich) die Zwiebeln,
und auf die Zwiebelhäufchen dann die von Hand gequetschten Kartoffeln. Vorher eventuell auf der Schnittfläche leicht gesalzen und gepfeffert.
Die Kartoffeln verbinden sich mit den Zwiebeln, nehmen Farbe an und wandern auf die Teller.
Dort treffen sie dann auf das Kalbsgulasch mit den eingekochten Zwiebeln und Tomaten.
Beim Zuschauen wusste ich sofort: Das machste nach.
Und zwar so bald wie möglich.
Ich kann mir gut vorstellen, wie diese Bratkartoffeln für Faule mit frischen Matjes aus Holland eine glückliche Ehe eingehen werden. Oder mit Spinat und Spiegeleiern. Oder mit frischen Forellen.
Oder, oder oder...

Sonntag, 15. Juni 2014

Hähnchenkeulen

Ich könnte ja jetzt auf Rezepte zurückgreifen, die quasi im Blog herumliegen.
Aber - wie soll ich die finden?
Denn die Suchmaschine sendet mir bei der Anfrage: Hähnchenkeulen - 1.116 Rezepte.
Da habe ich mir gesagt: Es wird doch heute noch genug Leute geben, die mir helfen können.
Wobei ich nicht darüber reden werde, daß ich die vor mir liegenden Keulen gedanklich bereits verarbeitet habe.
Sie wandern zum Teil unter den Grill.
Gewürzt mit flüssiger Butter, Pfeffer und Salz, frischem Thymian, Rosmarin und Estragon.
Oder nur zitroniert, danach gepfeffert und gesalzen, Cayenne!!!
Oder mit Ei und Pannade - ja klar, auch mit Pfeffer und Salz.
Oder in der Casserolle, entbeint und auf Mini-Rispentomaten plus reichlich frischem Knofel.
Nur: Der Pfiff, der mich am Ärmel reisst und ruft:
Hallo, versuch doch mal folgende Methode!
Auf den Pfiff warte ich.
Pfürti!

Donnerstag, 12. Juni 2014

Alles Käse

Das kann ja heiter werden!

In Erinnerung an die unvergessliche Frankfurter Kleinmarkthalle mit ihren Angeboten aus aller Welt und den Genüssen, die man dort erleben kann, muß ich nun ein paar Käses zum Besten geben.

Fange ich an mit der Königin: Vacherin Mont d'or. Ein Rohmilchkäse, den man unbedingt einmal gegessen haben sollte. Natürlich nur vollreif und laufend, so laufend, daß die Zunge hechelt.

Epoisse - nicht der Zweite Platz - nein, nur ebenbürtig.

Brie de Meaux - unbedingt probieren, kann zu jeder Tageszeit verputzt werden.

Sainte Maure - edel und kräftig, aber nicht immer.

Langres - ja, das sollte gelegentlich auf den Tisch, ohne Brot, nur der Käse.

Camembert Normand - immer, zu jeder Zeit.

Tete de Moine - als Röschen abfüllen lassen, niemals als Scheibe. Schande!

Alle anderen, wie Roquefort, Mozzarella di Bufala, Charolais, Coeur du Neufchatel, Chabi, Gaperon, Greyerzer, Emmentaler oder Appenzeller - immer her damit, niemals aufgeben und nur beim Käsefachhändler oder seiner Frau.

Ich weiß, daß bei mir die Franzosen überwiegen, das hängt damit zusammen, daß Parmesan oder Gorgonzola eher zum Kochen verwendet werden und die Engländer nicht gerade als Käsespezialisten aufgefallen sind - Stilton fällt mir da gerade noch ein.

Danke, gerne.

Mittwoch, 11. Juni 2014

Wespenliebe

Eine Situation, die man sich nicht aussuchen kann:
Wir haben im Rolladenkasten über der großen Terrassentüre ungebetenen Besuch:
Wespen.
Sie schwirren ohne Gefahr für Mensch und Tier eilig durch die Luft und wir warten auf die Feuerwehr.
Das hat einen einfachen Grund:
Unsere jüngste Tochter ist als kleines Mädchen so oft von Wespen gestochen worden, daß der Arzt uns vor weiteren Stichen mit deutlichen Worten warnte.
Eines Tages war es dann soweit. Ich hörte die Kinder auf dem Hof laut rufen und unsere Tochter eilte mit einer anschwellenden Unterlippe auf das Haus zu.
Ein Anruf beim Kollegen klärte den Weg zum nächsten Krankenhaus und zehn Minuten später waren wir dort.
Inzwischen lag das Kind bereits vollkommen rotfleckig und apathisch in den Armen ihrer Mutter. Noch während der Aufnahme kam ein Arzt mit aufgezogener Spritze dazu und rettete unserer Tochter das Leben.
An diesem Tag habe ich beten gelernt.
Daher haben wir uns nun entschlossen, die Feuerwehr zu Hilfe zu nehmen.
Wir vermuten mal aber wissen tun wir es nicht, daß die Wespen uns lieben, aber wir haben schlicht und einfach nur Angst.
Leider.

Mittwoch, 28. Mai 2014

Milchreis? Risotto !!!

Meine ausgeprägte Vorliebe für Milchreis mit Zucker und Zimt ist ja bekannt.
Aber, was bringt mich seit Jahren dazu, einem schönen Risotto förmlich den Hof zu machen und mich im Genuss zu suhlen?
Ich glaube, es liegt an der Art der Zubereitung und im völligen Verzicht auf Zucker und Zimt!
In der Regel verwende ich Arborio-Reis, der in einem mittelgroßen Topf mit einer Zwiebel in Butter angeschwitzt wird. Ablöschen mit Grauem Burgunder und ständig wieder aufgefüllt mit Rinder- oder  Gemüsebrühe und der nächsten Kelle voll Reis. Das dauert so an die zwanzig Minuten, in der Zeit wird kräftig gerührt und geplaudert.
Aaaach, das ist ja schon ein Unterschied.
Der Milchreis quillt vor sich hin, beim Risotto ist Leben drin.
Es wird diskutiert, was kommt als Höhepunkt da rein?
Es eignen sich die verschiedensten Zutaten.
Mit frischen Erbsen, der Klassiker Risi Bisi. Immer lecker!
Fleisch vom Hummer? Gerne. Aber wirklich nur ganz zum Schluss.
Frische Steinpilze? Immer gerne.
Frische Pfifferlinge? Immer gerne.
Champignons? Gerne.
Diese Zutaten werden ins fertige Risotte hineingerührt, frischer Parmesan, reichlich, und Butter dazu.
Das Grundrisotto, also nur Parmesan und Butter, eignet sich immer für alle frischen Nebenspeisen.
Das kann ein Rinderfilet sein, gebratener Chicorée oder auch ein Entrecôte.
Ja, sogar eine knusprige Entenbrust - warum nicht.
Von den Fischen ganz zu schweigen. Forelle, Wolfsbarsch oder Kabeljau - alles passt!
Was besonders gut passt, das ist die Liebste, wenn sie geniesst und an ihrem Rosé nippt.
Taittinger steht zuweilen rum. Oder, seit einiger Zeit, auch mal ein Emmer-Bier.
Aus der Riedenburger Brauerei.
Gekauft bei Heike, wo denn sonst?

Mittwoch, 21. Mai 2014

ZASSENHAUS

Die gute alte Kaffeemühle wird reaktiviert.
Unter dem Firmennamen befindet sich ein weiteres kleines Schild aus Blech:
MOKKA.
Ich sehe noch meinen Vater in der Küche auf dem Stuhl sitzend, wie er mit schnellem Schwung an der Kurbel dieser Kaffeemühle dreht und das frische Mahlgut in die vorgewärmte Kaffeekanne kippt.
Danach übergiesst er das Pulver mit kochendem Wasser, aber nur soviel, dass die vorhandene Menge gut aufquellen kann. Das dauert so einige Minuten, dann füllt er mit Schwung die Kanne bis zum Rand mit dem restlichen, kochenden Wasser. Die Familie wartet, auf Vaters Tasse ruht ein kleines Kaffeesieb, und er giesst sich die erste Tasse ein.
Warum für ihn die erste Tasse? Die erste Tasse ist trüb - wie immer.
Weil sich in der Tülle ja Kaffeesatz befindet, und er möchte der Mutter seiner drei Kinder nur den glasklaren Kaffee einschenken.
Wir Kinder bekommen natürlich eingeschenkt, damit wir nicht mit verdrehten Bewegungen den Kaffeesatz vom Boden der Kanne lösen können. Daher: Immer eine ruhige Hand bewahren.
Leider habe ich beim Einkaufen für die alte Mühle ein Problem.
In Puderbach gibt es nur Edeka, Lidl und Norma - aber kein Kaffeegeschäft.
Während unseres letzten Besuchs bei Freunden schwärmten die jungen Damen von den zahlreichen Kaffeeröstereien in Köln. Sowohl in der Innenstadt als auch in den Vororten.
Tja, da kommt Neid auf, denn hier bei uns kann man nur aus dem Angebot der Händler wählen, die als Standard in jedem Supermarkt vorhanden sind.
Und die kommen mir nicht in die Mühle.
Also warten wir auf den nächsten Besuch.
Spannend!

Freitag, 16. Mai 2014

Pause.

Jeder braucht mal eine Pause.
Ich erst recht.
Wobei, das mit Almased, das macht mich schon nachdenklich.
Oder Bayerisch Menthol.

Donnerstag, 8. Mai 2014

Frag doch mal die Maus...

Nun, es ist ja bekannt, daß ich mich nicht bei der schönen Metzgereifachverkäuferin anstelle, um mal wieder meine Zähne in ein frisches Stück Fleisch zu schlagen.
Im Gegenteil: Ich warte in der Schlange. Manchmal.
Aber sowas gelingt natürlich nicht mit Hilde.
Hilde holt sich ihren Fang, wo und wann sie will.
In der Regel sind es kleine Mäuse, aber die Regel gilt nicht für Hilde.
Schleicht sie des Nachts mit vollem Maul über die Terrasse und ich denke: Gott, was ist das?
Da legt sie eine Maus auf die Bretter, die verdammt groß ist und sich leider in den letzten Zuckungen bewegt.
Und jetzt kommt es!
Hilde entfernt sich sofort und ich weiß es mal wieder:
Ein Geschenk für mich!
Der Blick fällt auf ihr Buffet, und ich weiß verdammt nochmal gut Bescheid:
Das Feuchtfutter war ihr zu alt.
Zähneknirschend spüle ich die kleine Schale, fülle ganz frisch Kalb mit Huhn ( so steht es auf der kleinen Whiskas-Dose )  hinein, und die Dame frisst.
Frisst aber nur so viel, bis das Näschen zufrieden schnüffelt. Nicht mehr.
Und ich denke mir: Was sagt eigentlich die Maus?
Die Maus sagt nichts, aber am nächsten Abend kommt Hilde mit der Nächsten, die sie im Terrassenzimmer verspeisen will. Leider nicht mit mir. Ich habe etwas dagegen.
Darauf rennt Hilde, deutlich laut knurrend, quer durchs Zimmer, durch die weit geöffnete Terrassentüre hinaus und bleibt draussen.
Da werden im Dunkeln dann die kleinen Knochen geknackt.
Ich höre ihr deutliches Schmatzen und denke mir:
Frag doch mal die Maus!

Mittwoch, 23. April 2014

Paule, völlig verpeilt...

Über meine Tierliebe und die spezielle Zuneigung und wahre Abhängigkeit zu und von Hilde, unserer geliebten Felldame, habe ich allhier des Öfteren berichtet.
Nun gibt es ja schon seit langer Zeit den Nachbarskater Paule, der sich hin und wieder auf der Terrasse blicken lässt, sich auch tagsüber anschleicht und dann mal wieder davonrast, wenn man ihn entdeckt hat und mit dem Ruf: " PAULE!" wieder verscheucht.
Wir verscheuchen ihn, weil er unsere Hilde vor längerer Zeit bei einem Gefecht ins Hinterbein gebissen hat und sie mit der nachfolgenden Entzündung doch sehr leiden musste ( Arzt - Spritze - Antibiotikum - hohes Fieber ).
Auf der anderen Seite empfinden wir für ihn auch eine leise Bewunderung, weil er es immer und immer wieder versucht, in unsere Küche zu gelangen, um sich dort am Katzenbuffet zu bedienen.
Einmal hatte er es am hellichten Tag geschafft, die Küche zu entern, aber seine lauten Schmatzgeräusche verrieten ihn und es erfolgte der typische Katzenrückzug: Langsam schneller werdend! Ob seines Mutes hat er natürlich trotzdem gepunktet.
Aber was kommt noch?
Ich stehe um Mitternacht mit einer kleinen Zigarette auf der Terrasse, von der Küche fällt warmes Licht auf deren Bretter, und ich sehe, wie Paule sich anschleicht. Er hat mich ganz offensichtlich überhaupt nicht bemerkt. Die Türe zur Terrase habe ich zugezogen, damit kein Rauch ins Zimmer eindringen kann, weil ich dessen kalten Geruch überhaupt nicht mag...
Paule steht unmittelbar neben mir und spinkst ins Zimmer hinein. Der Hals wird lang und länger.
Ich räuspere mich vorsichtig. Er schaut mich an, dreht sich langsam um, und ???
Er springt auf die Bank unter dem Küchenfenster und schaut dort hinein.
Ich zweifle langsam an meinem Verstand und räuspere mich nochmals.
In diesem Moment wird Paule klar: OmG, da steht ja der Heini, der hier den Dicken macht.
Daraufhin erfolgt der rasende Abtritt. Sich wegzudrehen, von der Bank zu springen und zum Ende der Terrasse zu fegen, dies geschieht alles in einer Bewegung.
Ich bleibe sprachlos zurück.
Einer von uns beiden ist wohl völlig verpeilt.
Ich hoffe, es war Paule!

Montag, 7. April 2014

Die Natur steht Kopf ! Schon jetzt ...

Das Gelb der Rapsfelder leuchtet bis zum Horizont.
Der Flieder mit kräftigem Lila droht mit duftender Explosion direkt vor der Nase.
Lungenkraut in Zartblau wackelt unter dem Gewicht der sehr zahlreichen Hummeln.
Die Vogelkirsche reckt sich ganz in Weiss in den blauen Himmel.
Die krachgelben Ranunkeln schreien um die Wette.
Kurzum, da draussen ist der Teufel los.
Dieser Frühling hat sich wahrlich gewaschen.
Wir haben selten eine solche Invasion von dicken Hummeln erlebt.
Die rotblühende Zierjohannisbeere brummt so laut, das man denkt, da draussen hat jemand einen Föhn vergessen auszustellen.
Auf der anderen Seite haben die Schnecken jetzt komplett das Maul voll.
Nur müssen wir leider, sehr leider etwas dagegen tun.
Blaues Schneckenkorn, es geht nicht anders.
Meine Lieblingsblumen, die strahlend blauen Schwertlilien, können sich gegen den Verbiss nicht wehren.
Aber das ist einer der ganz wenigen Eingriffe in die Natur unseres Gartens.
Dagegen sind Thymian, Rosmarin, Liebstöckel, Sauerampfer, Schnittlauch, Pimpernelle und Petersilie schwer im Kommen, wenn nicht schon vollständig erntebar, ja auch der Oregano und die Zitronenmelisse bieten sich heftig an. Ja, sogar der Waldmeister steht voll in der Blüte.
Rhabarber mit den dunkelroten Blättern zeigt sich gschamig, und an den Waldbeeren kann man die Früchte deutlich erkennen.
Eine solche Entwicklung hatten wir hier seit Jahren nicht,
Immerhin liegen wir dreihundert Meter hoch und freuen uns über den stetigen Westwind.
Die Liebste widmet sich stetig dem Garten und sorgt sich ständig. Wegen des fehlenden Regens.
Aber nur so zart, wie es einer liebenswerten Gärtnerin angemessen ist !

Freitag, 28. März 2014

Jetzt aber bitte mal ...

Hereinspaziert!
Herrschaften, dieser Blog wird in der ganzen Welt gelesen. Zum Glück!
Von daher leitet sich meine einfache, aber nachdrückliche Bitte ab:
Her mit den schönsten Frühlingsrezepten!
Und, bitteschön, nicht auf die Form kommt es an, sondern auf die Inhalte.
Kommen Sie bitte alle mal rüber, kommen Sie aus China oder Russland, kommen Sie aus Australien, aus Kanada, den USA, Mexiko oder Österreich, der Schweiz, Vietnam, Chile oder Tschechien.
Ja, bitte kommen Sie aus Indonesien, Neuseeland, Spanien, Frankreich, Belgien oder auch aus England.
Aber bitte kommen Sie rüber.
Kommen Sie mit Ihren Lieblingsrezepten, den liebsten Getränken oder dem liebsten Nachtisch.
Egal. Hauptsache, Sie kommen mit Geschichten vom Leckeressen oder Leckerlachen.
Alles ist erlaubt!
Und wenn jemand glaubt, das, was ich gerne esse, ist einfach zu süß, zu fett, zu heiss oder auch zu kalt - her damit!
Hier gibt's nicht, was es nicht gibt.
Mir wäre heute zum Beispiel nach einem schönen Pfannkuchen und Erdbeerquark mit grünem Pfeffer. Ja, mei, also cross-over darf doch sein.
Wenn jetzt eine Leserin auf Sauerkrautsuppe mit Ingwer und Kabeljaufilet scharf ist, bitteschön!
Kann ich bei diesem Wetter nur zu gut verstehen.
Und, ganz wichtig: Die Rezepte sollten so formuliert werden, daß entweder Alle was von haben oder Niemand mehr durchblickt.
Also, etwa so, wie der Standard des Bloggers.
Danke, Ihr Lieben!

Freitag, 21. März 2014

Glänzende Ideen !

Da sitze ich beim Frühstück, im Garten schießt der Flieder und der Holunder kommt mit Eile, nur mein kleines Körnerbrot will nicht mitspielen.
Die letzte Scheibe: Knochenhart.
Mann, Mann, Mann - H. Knebel sei zitiert.
Aber nicht mit mir.
Vor mir der heisse Kaffee, zwei wachsweiche Eier, Rohmilch und Brie.
Hallo: Zwei wachsweiche...
Ja, warum denn nicht? Es gibt keine Studie, die es verbietet. Im Gegenteil:
Eine neutrale Untersuchung einer holländischen Eierfarm hat festgestellt:
Man kann bis zu 24 Eier pro Tag zu sich nehmen, und wird dennoch nicht daran erkranken.
Nein, man bekommt lediglich einen Hirnschlag und einen Herzinfarkt.
Bitteschön, das ist der Beweis!
Aber ich komme jetzt zur glänzenden Idee.
Das hammerharte Körnerbrot wird nach alter Väter Sitte getaucht.
Wie? Getaucht?
Ja, ich habe die kleine, quadratische Scheibe mit dem Japanmesser in Streifen geschnitten, die Streifen wandern in den heissen Kaffee und werden dann mit Brie belegt.
Es funktioniert. Es funktioniert so gut, daß die Brotstreifen förmlich im Munde zergehen.
Kein Gestöhne, kein Gewürge - nein, ich geniesse pur.
Aber es kommt noch besser.
Eine Fliege, die erste Fliege des Jahres, umkreist mich und ärgert mich.
Mal landet sie auf meinem Kopf, dann am Rand der Butterdose, dann an der Kaffeetasse.
Haha, das haben wir gleich.
Fliegenklatsche von der Wand in die Hand.
Und was macht die Fliege? Fliegt mir auf die Hand mit der Klatsche.
Pech gehabt.
Während des Studiums habe ich, aus taktischen Gründen (Chirurgie) meine linke Hand geschult.
Das weiss die Fliege nicht.
Sie bleibt auf der Rechten sitzen, während die Klatsche in die Linke wechselt.
Ein Schlag - Treffer! Sie, die Fliege landet in hohem Bogen auf der Sesselkante.
Damit hat sie nicht gerechnet.
Ich auch nicht.
Aber: Eine glänzende Idee!

Donnerstag, 20. März 2014

15. März 1938

Am 15. März 1938 sprach Adolf Hitler von der Wiener Hofburg zu den Wienern und dem Rest der Welt.
Schon vergessen?
Und was machte Wladimir Putin in den letzten Tagen?
Wir erinnern uns noch sehr genau, was die braune Mörderbande, von denen bis heute noch einige Unterschlupf finden, in der Folgezeit in Europa an Vernichtung hinterließ.
Dagegen handelt Putin ja mit dem Florett. Ich weiß, daß dieser Vergleich hinkt,
aber von gewaltigem Blutvergiessen kann ich nichts sehen.
Im Gegenteil: Putin hat die falsche Einschätzung des Westens über die Lage in der Ukraine perfekt für seine Zwecke ausgenutzt.
Vor aller Welt, also vollkommen öffentlich, liess er seine Soldaten aufmarschieren und handeln.
Die NATO konnte nicht reagieren, weil ihr die Hände gebunden waren, und einen Dritten Weltkrieg wegen der Krim? Undenkbar.
Jetzt hat Siegmar Gabriel einen Rüstungsauftrag über 100 Millionen Euro gestoppt.
Ja, das wird den Putin aber völlig aus der Bahn werfen!
Im Deutschen Bundestag gibt es eine Stimme, die die Dinge beim Namen nennt:
Gregor Gysi.
Fällt mir schwer, das hier so einfach festzuhalten, aber manche Dinge fallen sogar mir auf.
Was mir noch auffällt?
Gibt es jetzt noch Krim-Sekt zum Saufen?
Wenn ja, wo?
Denn ich denke, auf den werden wir einige Jahre wohl verzichten müssen.
Schade, eigentlich...

Mittwoch, 12. März 2014

Jetzt muß ich aber mal was sagen!

Gut, der Prozess in München gegen den armen Ulrich Hoeneß,  das ist die eine Seite.
Da kann man sagen, was man will: Eine schlimme Sache.
Aber viel schlimmer, also ganz viel schlimmer sind doch die U-Bahn-Fahrer!
Ja, die U-Bahn-Fahrer. Also die Mitfahrer.
Immer nur im Dunkeln, nie bei Tageslicht und oft sogar ohne Fahrschein.
Das alte Mütterchen.
Kann den Fahrschein-Automat nicht bedienen. Sie ist Erstens zu klein und Zweitens sieht sie schlecht.
Aber die Kontrolleure kennen keine Gnade.
Wie? Kein Fahrschein? Das macht auf der Stelle € 40,00 zur Strafe.
Wie? Kein Geld dabei?
Das macht nochmal € 40,00 zur Strafe.
Wie? Kein Ausweis dabei?
Ja, Herrgottszakra, jetzt kommen's sofort mit auf die Wach'n!
Wie, sie haben Unterstützung?
Was, die beiden Herren hier vor ihnen?
Der Herr Twister und der MrPommeroy?
Gehn's weiter, wir glauben ihnen kein Wort.
Der Eine lebt in Saus und der Andere in Braus.
Jo mei, wahrscheinlich auch noch in Köln...

Dienstag, 25. Februar 2014

Mich wundert nichts mehr...

Von der freundlichen Fleischereifachverkäuferin mit den schönen schwarzen Haaren und der gekonnt liebenswürdigen Bedienung habe ich ja schon berichtet.
Zuletzt haute sie exakt 200 Gramm Rindergehacktes auf die Waage, ein paar Tage später dann 210 Gramm, ich war großzügig und liess die Sache mitgehen.
Danach präsentierte ich ihr das Rezept von Jörg Sackmann und bestellte eine Schweinshaxe, ausgebeint.
Das habe ich zwar noch nie gemacht, aber für sie tue ich doch Alles - so ihre Antwort.
Gesagt, getan. Den ausgebeinten Knochen fügte sie bei und wünschte viel Erfolg.
Tja, was soll ich sagen?
Ich hatte schon leise Zweifel, wie ich eine Schweinshaxe mit 75 Grad Siedetemperatur gar bekommen wollte.
Und ich sollte leider recht behalten. Es funktionierte nicht.
Überhaupt nicht.
Und dann fiel mir siedendheiss ein: Er hatte ja von einer Jungschweinkeule gesprochen, und nicht von einer Schweinshaxe.
Nach zweieinhalb Stunden kam ich zur ersten Garprobe. Nichts, dreimal nichts.
Also noch eine halbe Stunde, dann ab auf den Tisch und in das total zähe Fleisch gebissen.
Die Liebste griff mal wieder zum uralten Familientrick:
Ach, gib mir doch mal nur ein ganz kleines Stückchen, nur so, zum Probieren!
Und ich fiel mal wieder darauf rein.
Säbelte am Fleisch herum, an der zartesten Stelle und sie kommentierte:
Interessant, aber leider nicht mein Ding!
Na ja, das Sauerkraut ist aber nicht schlecht, und erst recht nicht dein Kartoffelpüree...
Am nächsten Tag wanderten die restlichen Teile der Haxe in die graue Tonne.
In einer eigenen Tüte.
Das wunderte mich dann überhaupt nicht mehr...

Mittwoch, 12. Februar 2014

Stopp oder Hilde kann lesen!

Die Verarscherei im Stern-Blog hat ein Ende. Das macht einfach keinen Spaß mehr.
Ich hätte nicht gedacht, daß dort die Messlatte so tief gehalten werden kann.
Sacht der Köllner an sisch: Wo nix iss, da kann nix sein.
Kommen wir zu Hilde.
Hilde kann lesen.
Woran ich das merke? Ganz einfach:
Alles, was in den Katzenbüchern drinsteht, wie Katzen sich im Alter verändern, das setzt sie Eins zu Eins um.
Sie wackelt  kurz vor Mitternacht draussen vor der Terrassentüre aufgeregt rum.
Ich öffne und sie STÜRZT sich auf das Katzenklo in der Diele und pinkelt hinein.
Das hat es noch nie gegeben.
Gestern Abend lasse ich sie rein, sie frißt ihr Feuchtfutter und verschwindet.
Anschliessend höre ich, wie sie im Klo sehr deutlich rumscharrt. Sehr gründlich.
Danach kommt sie wieder und rollt sich in ihre Decke ein.
Im Klo? Ein Riesenhaufen, notdürftig bedeckt mit cATSAN.
Ich erledige den Rest und denke mir mein Teil.
Dabei fällt mir auf, daß einige Bücher aus der Katzenliteratur nicht mehr so ganz ordentlich im Regal stehen.
Aha! Hilde kann lesen...
Dachte ich's mir doch!

Freitag, 24. Januar 2014

Der Holländer und sein Besenstiel

Alle Welt schaut auf Kiew. Oder auf Putins nackte Brust. Oder in den Dschungel.
Ich schaue auf einen kleine Holländer.
Einen Holländer?
Ja, ein kleines Gefährt aus meiner Kindheit. Ganz aus Holz und Stahl.
Der Witz daran war die Fortbewegungsweise.
So etwas habe ich bis heute nicht mehr gesehen.
Ein blanker Sitz aus Holz, vor mir eine Art kleiner Besenstiel, quer eingebaut,  zum Dranfesthalten, der Stiel ging durch die Sitzbank und bediente die Hinterräder an einer schrägen Achse.
Mit den Füßen wurde gelenkt, indem ich die Vorderachse je nach Bedarf nach rechts oder links verschob.
Die Vorwärtsbewegung bestand nun darin, den Besenstiel so schnell wie möglich an mich heran zu ziehen und wieder nach vorne zu drücken. Immer wieder, immer wieder.
Je schneller ich drückte und zog, umso schneller wetzte ich durch die Wohnung.
Kaum war ich in der Lage, den Holländer selbst nach unten zu tragen, landete ich auf dem Bürgersteig und raste los.
Zuerst raste ich am Vorgarten entlang, dann, schon ein wenig ausser Puste, einmal um die Ecke bis zur nächsten Haustüre.
Dabei immer geschickt um die wenigen Hundehaufen herum.
Damals machte sich noch niemand in die Hose, weil Hundekacke herumlag.
Die Zahl der Hundebesitzer war ja noch recht klein.
Bei und im Haus zwei, nebenan ein Spitz, und das war es schon.
Die Hunde aus unserem Haus waren Brüder, große Münsterländer, und die Jagdhunde von meinem Großvater und meinem Papa.
Die schissen damals dahin, wo sie wollten. Die HUNDE!
Aber wehe der Spitz kam in die Nähe. Der wechselte dann die Straßenseite und schiß auf den Spielplatz.
Von daher hatte ich also wenig Mühe, mit meinem Holländer darum herum zu rasen.

Sonntag, 5. Januar 2014

Leo N. Tolstoi - Anna Karenina

Nachdem wir gestern abend die hochdramatische Fernsehfassung erlebt haben, genügt der Liebsten ein kurzer Gang zum Bücherregal, und sie hält die Übersetzung von Hans Moser aus dem Jahr 1905,  erschienen in zwei Bänden bei Reclam in Leipzig, in der Hand.
Das ist der unschätzbare Vorteil einer eigenen Bibliothek, wobei sich deren Größe überschaubar hält.
Die 52 Kartons mit Büchern, die es aus Köln in den Westerwald geschafft hatten, versorgen uns bis heute mit dem nötigen Lesefutter.
Wir haben dann heute noch nach anderen Übersetzungen recherchiert, aber die Nuancen fallen nur dem Russischkenner vor die Füße, wir begnügen uns mit dieser Ausgabe.
Für mich persönlich ist diese Lektüre von enormer Aussagekraft, öffnet sich doch damit ein scharfer und ironischer Blick auf die russische Kultur im auslaufenden 19. Jahrhundert. Daß es auf diesem Hintergrund zur Revolution gekommen ist, verwundert einen überhaupt nicht mehr. Und daß im gleichen Maße dann auch noch Resteuropa, hier besonders das Deutsche Reich in Mitleidenschaft gezogen wurde, das passt wie die Faust aufs Auge. Der deutsche Adel durfte unter den Nazis nochmals aufblühen, das wars dann aber auch. Danach kamen dann Franz Beckenbauer, Kilius / Bäumler und am Ende des Regenbogens dann das Bobbele.
Aber ich schweife ab...
Das faszinierende an Tolstois Romanen ist die Ironie, die Brechkraft der Beobachtung und die unglaubliche Sprachmelodie, welche auch in dieser Übertragung zum Ausdruck kommt.
Und jetzt schließt sich der Kreis:
Ein solches Vergnügen, einen solchen Genuß kann man auch in den eigenen vier Wänden erleben, wenn man sich bei der Zubereitung einer Mahlzeit nur mit dem notwendigem Respekt vor den Produkten und einer gewissen Leidenschaft hingibt.
Dies gilt allen guten Büchern und frischen Reibekuchen bei Kälte auf der Terrasse.
Apfelkompott gehört dazu. Unbedingt!

Montag, 23. Dezember 2013

... und als ein Jahr vergangen ....

... Simsalabimbambasaladusaladim
Da war der Kuckuck wieder da.

Tja, ihr lieben Leute - so schnell geht das.
Und was ist in diesem Jahr so alles passiert!?
Am meisten belasten uns die vielen Kriege auf der Welt, das Elend der Menschen und die Gewalt durch die Waffen. Ich hoffe, daß wir die Chance ergreifen, und die Politik die Rüstungsindustrie an ihrem Aufschwung erfolgreich behindert. Mal schaun...
Der Tafelspitz für morgen lechzt schon nach der Brühe, um sich dann zart neben dem frischen Meerrettich zu präsentieren.
Die Wildschweinkeule ruht im Cabernet Sauvignon aus Chile, im Zusammenspiel mit Nelken, Lorbeer und Wacholder. Zwiebelwürfel mischen mit.

Ich wünsche Euch allen schöne besinnliche Tage und Stunden, laßt bitte nichts anbrennen!

Ich hoffe, Ihr versteht mal wieder, was ich meine...

Sonntag, 8. Dezember 2013

Kräuter unterm Schnee...

Bei der vorbereitenden Planung, was essen wir an diesem Wochenende, kam der Hansi Lafer mal wieder ins Spiel!
Wir hatten schon vor einiger Zeit seine Gulaschsuppe genossen, und wir waren uns sofort einig: Die machen wir wieder, weil das Wetter eh in die Richtung zeigt, und zweitens, diese sehr schmackhafte Suppe wirklich kinderleicht gekocht werden kann.
Gesagt, getan, Zutaten besorgt und beim Metzger dann nach dem sogenannten Zungenstück gefragt.
Habe ich hier, so die Antwort der freundlichen Fachverkäuferin, und auf der Waage landet ein riesiger Brocken Fleisch.
Den nimmt der Herr alle! juxt die Kollegin in meine Richtung.
Aber ich lehne lächelnd ab und verweise auf die gute Hälfte Und einen Markknochen!
Zu Hause angekommen, schneide ich das Fleisch in kleine Stücke und brate es in Butter kräftig an, schmeiße die Zwiebelwürfel dazu und lösche mit reichlich Brühe ab. Es folgen Pfeffer und Salz, Kümmel, Knoblauch, Rotweinessig, abgeriebene Zitronenschale und Tomatenmark. Als Suppeneinlage fliegen später Kartoffelstücke, rote, gelbe und grüne Paprika, in kleine Rauten geschnitten, hinterher.
Majoran, frischer Majoran, den Hinweis vom Hansi nehmen wir gerne an.
Die Liebste verschwindet mit Schere und Taschenlampe im schneebedecktem Garten.
Leise summend kommt sie wieder, legt das Kraut auf ein Wiegebrettchen und fängt an, es ordentlich zu zerkleinern.
Na, wie geht's jetzt weiter? fragt sie mich.
Hinein damit!
Und schon landet das gehackte Kraut in der Suppe.
Ich denke ein wenig verstohlen vor mich hin: So so, frisches Majoran ähnelt im Geruch doch sehr dem Bohnenkraut...
Das Essen ist fertig!
Ich habe den Tisch liebevoll gedeckt und wir beginnen mit der abendlichen Mahlzeit.
Es ist still.
Du, sagt sie zwischen zwei Löffeln, es war übrigens Bohnenkraut, wir haben gar kein Majoran im Garten...

Sonntag, 1. Dezember 2013

Die gute alte Rindfleischsuppe!

Bei diesem Wetter zum Ersten Advent braucht man eine heiße Suppe.
Pasta in brodo - Nudelsuppe!
In diesem Fall handelt es sich um eine klassische Rinderbrühe mit den üblichen Standards.
Salz, Lorbeerblatt, Nelke, Zwiebel und Wasser.
Das Wasser wird gesalzen und erhitzt, die Zwiebel wird halbiert und auf der Herdplatte ordentlich angeschwitzt und wandert dann mit zwei Lorbeerblättern und einer Gewürznelke in den Topf.
Als Fleisch habe ich die Schwanzrolle gewählt, weil das Ergebnis als sehr schmackhaft und leicht mürbe ausfällt. Tafelspitz geht immer...
Von Anfang an habe ich ein ordentliches Stück Sellerie und eine große Karotte hinzugefügt, zuweilen auch noch Porree. Diese Zutaten wandern allerdings nach dreiviertel der Garzeit in einen tiefen Teller, mit der Brühe als Kochs Bestes abgezweigt.
Dann kommen frisch gewürfelter Sellerie, Möhren und Lauch in die Brühe, um nun der Suppe den Rest zu geben.
Halt! Ich habe ja noch nicht erwähnt, daß auch drei mittelgroße Markknochen nebem dem Rindfleisch mitgekocht wurden. Das Mark liefert der Suppe den nötigen Stand und wandert beim Servieren jeweils auf die tiefen Teller der Töchter und des Vaters.
Dort gilt es mit den Fadennudeln, separat gekocht natürlich, als kleine Delikatesse.
Vor Jahren, als die Töchter noch deutlich jünger waren, haben sie sich geschüttelt und diesen Genuß des Vaters weit von sich gewiesen.
Das hat sich nun geändert.
Nicht geändert hat sich die Liebe zu einer guten, heißen Rinderkraftbrühe!

Mittwoch, 13. November 2013

Hilde spricht mal wieder...

Aus früheren Erzählungen ist ja bekannt, daß Hilde, geliebte Felldame und Besitzerin eines eigenen Johannes, der ihr bei Tag und Nacht die Türe zur Terrasse öffnet, gelegentlich mit speziellen Lauten sich selbst verständlich macht, aber auch, daß sie auf die freundliche Bemerkung zur Nachtzeit:
" Jetzt reicht es aber. Ab in die Küche, noch was fressen, und dann bitte auf deine Decke und Gute Nacht!"
sich vom Sprecher abwendet, die Küche besucht und dann mit einer Drehbewegung auf ihrer Decke landet, wo sie die Augenlider zum Schlaf senkt.
Nun hatten wir vor ein paar Tagen ein Spracherlebnis der besonderen Art.
Beim Herrschaftsgang durch den Garten folgte uns Hilde, wurde gestreichelt und bewundert, nachdem sie mal wieder einen ihrer rasenden Querläufe hingelegt hatte.
Wir standen nahe an der Terrassenlängsseite und bestaunten den Holunder, der inzwischen von den Vögeln vollkommen abgeerntet war. Diese ruhige Situation nahm Hilde dann zum Anlass, in Windeseile den Holunder zu erklettern, bis sie in einer Höhe gelandet war, wo die dünnen Äste sich zu sehr unter dem Krallengriff beugten. Dort hielt sie inne und blickte triumphierend auf uns herab.
Sie befand sich nun deutlich über der Terrassenbrüstung und machte Anstalten, sich vom Holunder auf das Geländer herabzulassen.
Alleine bei dem Gedanken wurde ihr klar, daß die dünnen Zweige einem Absprung nicht standhalten würden. Also änderte sie ihren Plan.
Sie begann, laut gegen den Holunder knurrend, sich in einer sehr geschickten Kreisbewegung wieder nach Unten zu orientieren, wobei das Knurren mit dem Absteigen immer lauter wurde, bis sie auf gleicher Höhe mit dem Terrassenboden den Holunder verliess, um sich auf den Lärchenbrettern sicher niederzulassen.
Wir waren sprachlos und die Felldame schritt erhobenen Hauptes an der äusseren Kante der Terrasse entlang, bis sie am anderen Ende angekommen war.
Uns war klar: Ohne das laute Knurren hätte der Holunder den Abstieg nicht erlaubt!