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Montag, 7. April 2014

Die Natur steht Kopf ! Schon jetzt ...

Das Gelb der Rapsfelder leuchtet bis zum Horizont.
Der Flieder mit kräftigem Lila droht mit duftender Explosion direkt vor der Nase.
Lungenkraut in Zartblau wackelt unter dem Gewicht der sehr zahlreichen Hummeln.
Die Vogelkirsche reckt sich ganz in Weiss in den blauen Himmel.
Die krachgelben Ranunkeln schreien um die Wette.
Kurzum, da draussen ist der Teufel los.
Dieser Frühling hat sich wahrlich gewaschen.
Wir haben selten eine solche Invasion von dicken Hummeln erlebt.
Die rotblühende Zierjohannisbeere brummt so laut, das man denkt, da draussen hat jemand einen Föhn vergessen auszustellen.
Auf der anderen Seite haben die Schnecken jetzt komplett das Maul voll.
Nur müssen wir leider, sehr leider etwas dagegen tun.
Blaues Schneckenkorn, es geht nicht anders.
Meine Lieblingsblumen, die strahlend blauen Schwertlilien, können sich gegen den Verbiss nicht wehren.
Aber das ist einer der ganz wenigen Eingriffe in die Natur unseres Gartens.
Dagegen sind Thymian, Rosmarin, Liebstöckel, Sauerampfer, Schnittlauch, Pimpernelle und Petersilie schwer im Kommen, wenn nicht schon vollständig erntebar, ja auch der Oregano und die Zitronenmelisse bieten sich heftig an. Ja, sogar der Waldmeister steht voll in der Blüte.
Rhabarber mit den dunkelroten Blättern zeigt sich gschamig, und an den Waldbeeren kann man die Früchte deutlich erkennen.
Eine solche Entwicklung hatten wir hier seit Jahren nicht,
Immerhin liegen wir dreihundert Meter hoch und freuen uns über den stetigen Westwind.
Die Liebste widmet sich stetig dem Garten und sorgt sich ständig. Wegen des fehlenden Regens.
Aber nur so zart, wie es einer liebenswerten Gärtnerin angemessen ist !

Freitag, 28. März 2014

Jetzt aber bitte mal ...

Hereinspaziert!
Herrschaften, dieser Blog wird in der ganzen Welt gelesen. Zum Glück!
Von daher leitet sich meine einfache, aber nachdrückliche Bitte ab:
Her mit den schönsten Frühlingsrezepten!
Und, bitteschön, nicht auf die Form kommt es an, sondern auf die Inhalte.
Kommen Sie bitte alle mal rüber, kommen Sie aus China oder Russland, kommen Sie aus Australien, aus Kanada, den USA, Mexiko oder Österreich, der Schweiz, Vietnam, Chile oder Tschechien.
Ja, bitte kommen Sie aus Indonesien, Neuseeland, Spanien, Frankreich, Belgien oder auch aus England.
Aber bitte kommen Sie rüber.
Kommen Sie mit Ihren Lieblingsrezepten, den liebsten Getränken oder dem liebsten Nachtisch.
Egal. Hauptsache, Sie kommen mit Geschichten vom Leckeressen oder Leckerlachen.
Alles ist erlaubt!
Und wenn jemand glaubt, das, was ich gerne esse, ist einfach zu süß, zu fett, zu heiss oder auch zu kalt - her damit!
Hier gibt's nicht, was es nicht gibt.
Mir wäre heute zum Beispiel nach einem schönen Pfannkuchen und Erdbeerquark mit grünem Pfeffer. Ja, mei, also cross-over darf doch sein.
Wenn jetzt eine Leserin auf Sauerkrautsuppe mit Ingwer und Kabeljaufilet scharf ist, bitteschön!
Kann ich bei diesem Wetter nur zu gut verstehen.
Und, ganz wichtig: Die Rezepte sollten so formuliert werden, daß entweder Alle was von haben oder Niemand mehr durchblickt.
Also, etwa so, wie der Standard des Bloggers.
Danke, Ihr Lieben!

Freitag, 21. März 2014

Glänzende Ideen !

Da sitze ich beim Frühstück, im Garten schießt der Flieder und der Holunder kommt mit Eile, nur mein kleines Körnerbrot will nicht mitspielen.
Die letzte Scheibe: Knochenhart.
Mann, Mann, Mann - H. Knebel sei zitiert.
Aber nicht mit mir.
Vor mir der heisse Kaffee, zwei wachsweiche Eier, Rohmilch und Brie.
Hallo: Zwei wachsweiche...
Ja, warum denn nicht? Es gibt keine Studie, die es verbietet. Im Gegenteil:
Eine neutrale Untersuchung einer holländischen Eierfarm hat festgestellt:
Man kann bis zu 24 Eier pro Tag zu sich nehmen, und wird dennoch nicht daran erkranken.
Nein, man bekommt lediglich einen Hirnschlag und einen Herzinfarkt.
Bitteschön, das ist der Beweis!
Aber ich komme jetzt zur glänzenden Idee.
Das hammerharte Körnerbrot wird nach alter Väter Sitte getaucht.
Wie? Getaucht?
Ja, ich habe die kleine, quadratische Scheibe mit dem Japanmesser in Streifen geschnitten, die Streifen wandern in den heissen Kaffee und werden dann mit Brie belegt.
Es funktioniert. Es funktioniert so gut, daß die Brotstreifen förmlich im Munde zergehen.
Kein Gestöhne, kein Gewürge - nein, ich geniesse pur.
Aber es kommt noch besser.
Eine Fliege, die erste Fliege des Jahres, umkreist mich und ärgert mich.
Mal landet sie auf meinem Kopf, dann am Rand der Butterdose, dann an der Kaffeetasse.
Haha, das haben wir gleich.
Fliegenklatsche von der Wand in die Hand.
Und was macht die Fliege? Fliegt mir auf die Hand mit der Klatsche.
Pech gehabt.
Während des Studiums habe ich, aus taktischen Gründen (Chirurgie) meine linke Hand geschult.
Das weiss die Fliege nicht.
Sie bleibt auf der Rechten sitzen, während die Klatsche in die Linke wechselt.
Ein Schlag - Treffer! Sie, die Fliege landet in hohem Bogen auf der Sesselkante.
Damit hat sie nicht gerechnet.
Ich auch nicht.
Aber: Eine glänzende Idee!

Donnerstag, 20. März 2014

15. März 1938

Am 15. März 1938 sprach Adolf Hitler von der Wiener Hofburg zu den Wienern und dem Rest der Welt.
Schon vergessen?
Und was machte Wladimir Putin in den letzten Tagen?
Wir erinnern uns noch sehr genau, was die braune Mörderbande, von denen bis heute noch einige Unterschlupf finden, in der Folgezeit in Europa an Vernichtung hinterließ.
Dagegen handelt Putin ja mit dem Florett. Ich weiß, daß dieser Vergleich hinkt,
aber von gewaltigem Blutvergiessen kann ich nichts sehen.
Im Gegenteil: Putin hat die falsche Einschätzung des Westens über die Lage in der Ukraine perfekt für seine Zwecke ausgenutzt.
Vor aller Welt, also vollkommen öffentlich, liess er seine Soldaten aufmarschieren und handeln.
Die NATO konnte nicht reagieren, weil ihr die Hände gebunden waren, und einen Dritten Weltkrieg wegen der Krim? Undenkbar.
Jetzt hat Siegmar Gabriel einen Rüstungsauftrag über 100 Millionen Euro gestoppt.
Ja, das wird den Putin aber völlig aus der Bahn werfen!
Im Deutschen Bundestag gibt es eine Stimme, die die Dinge beim Namen nennt:
Gregor Gysi.
Fällt mir schwer, das hier so einfach festzuhalten, aber manche Dinge fallen sogar mir auf.
Was mir noch auffällt?
Gibt es jetzt noch Krim-Sekt zum Saufen?
Wenn ja, wo?
Denn ich denke, auf den werden wir einige Jahre wohl verzichten müssen.
Schade, eigentlich...

Mittwoch, 12. März 2014

Jetzt muß ich aber mal was sagen!

Gut, der Prozess in München gegen den armen Ulrich Hoeneß,  das ist die eine Seite.
Da kann man sagen, was man will: Eine schlimme Sache.
Aber viel schlimmer, also ganz viel schlimmer sind doch die U-Bahn-Fahrer!
Ja, die U-Bahn-Fahrer. Also die Mitfahrer.
Immer nur im Dunkeln, nie bei Tageslicht und oft sogar ohne Fahrschein.
Das alte Mütterchen.
Kann den Fahrschein-Automat nicht bedienen. Sie ist Erstens zu klein und Zweitens sieht sie schlecht.
Aber die Kontrolleure kennen keine Gnade.
Wie? Kein Fahrschein? Das macht auf der Stelle € 40,00 zur Strafe.
Wie? Kein Geld dabei?
Das macht nochmal € 40,00 zur Strafe.
Wie? Kein Ausweis dabei?
Ja, Herrgottszakra, jetzt kommen's sofort mit auf die Wach'n!
Wie, sie haben Unterstützung?
Was, die beiden Herren hier vor ihnen?
Der Herr Twister und der MrPommeroy?
Gehn's weiter, wir glauben ihnen kein Wort.
Der Eine lebt in Saus und der Andere in Braus.
Jo mei, wahrscheinlich auch noch in Köln...

Dienstag, 25. Februar 2014

Mich wundert nichts mehr...

Von der freundlichen Fleischereifachverkäuferin mit den schönen schwarzen Haaren und der gekonnt liebenswürdigen Bedienung habe ich ja schon berichtet.
Zuletzt haute sie exakt 200 Gramm Rindergehacktes auf die Waage, ein paar Tage später dann 210 Gramm, ich war großzügig und liess die Sache mitgehen.
Danach präsentierte ich ihr das Rezept von Jörg Sackmann und bestellte eine Schweinshaxe, ausgebeint.
Das habe ich zwar noch nie gemacht, aber für sie tue ich doch Alles - so ihre Antwort.
Gesagt, getan. Den ausgebeinten Knochen fügte sie bei und wünschte viel Erfolg.
Tja, was soll ich sagen?
Ich hatte schon leise Zweifel, wie ich eine Schweinshaxe mit 75 Grad Siedetemperatur gar bekommen wollte.
Und ich sollte leider recht behalten. Es funktionierte nicht.
Überhaupt nicht.
Und dann fiel mir siedendheiss ein: Er hatte ja von einer Jungschweinkeule gesprochen, und nicht von einer Schweinshaxe.
Nach zweieinhalb Stunden kam ich zur ersten Garprobe. Nichts, dreimal nichts.
Also noch eine halbe Stunde, dann ab auf den Tisch und in das total zähe Fleisch gebissen.
Die Liebste griff mal wieder zum uralten Familientrick:
Ach, gib mir doch mal nur ein ganz kleines Stückchen, nur so, zum Probieren!
Und ich fiel mal wieder darauf rein.
Säbelte am Fleisch herum, an der zartesten Stelle und sie kommentierte:
Interessant, aber leider nicht mein Ding!
Na ja, das Sauerkraut ist aber nicht schlecht, und erst recht nicht dein Kartoffelpüree...
Am nächsten Tag wanderten die restlichen Teile der Haxe in die graue Tonne.
In einer eigenen Tüte.
Das wunderte mich dann überhaupt nicht mehr...

Mittwoch, 12. Februar 2014

Stopp oder Hilde kann lesen!

Die Verarscherei im Stern-Blog hat ein Ende. Das macht einfach keinen Spaß mehr.
Ich hätte nicht gedacht, daß dort die Messlatte so tief gehalten werden kann.
Sacht der Köllner an sisch: Wo nix iss, da kann nix sein.
Kommen wir zu Hilde.
Hilde kann lesen.
Woran ich das merke? Ganz einfach:
Alles, was in den Katzenbüchern drinsteht, wie Katzen sich im Alter verändern, das setzt sie Eins zu Eins um.
Sie wackelt  kurz vor Mitternacht draussen vor der Terrassentüre aufgeregt rum.
Ich öffne und sie STÜRZT sich auf das Katzenklo in der Diele und pinkelt hinein.
Das hat es noch nie gegeben.
Gestern Abend lasse ich sie rein, sie frißt ihr Feuchtfutter und verschwindet.
Anschliessend höre ich, wie sie im Klo sehr deutlich rumscharrt. Sehr gründlich.
Danach kommt sie wieder und rollt sich in ihre Decke ein.
Im Klo? Ein Riesenhaufen, notdürftig bedeckt mit cATSAN.
Ich erledige den Rest und denke mir mein Teil.
Dabei fällt mir auf, daß einige Bücher aus der Katzenliteratur nicht mehr so ganz ordentlich im Regal stehen.
Aha! Hilde kann lesen...
Dachte ich's mir doch!

Freitag, 24. Januar 2014

Der Holländer und sein Besenstiel

Alle Welt schaut auf Kiew. Oder auf Putins nackte Brust. Oder in den Dschungel.
Ich schaue auf einen kleine Holländer.
Einen Holländer?
Ja, ein kleines Gefährt aus meiner Kindheit. Ganz aus Holz und Stahl.
Der Witz daran war die Fortbewegungsweise.
So etwas habe ich bis heute nicht mehr gesehen.
Ein blanker Sitz aus Holz, vor mir eine Art kleiner Besenstiel, quer eingebaut,  zum Dranfesthalten, der Stiel ging durch die Sitzbank und bediente die Hinterräder an einer schrägen Achse.
Mit den Füßen wurde gelenkt, indem ich die Vorderachse je nach Bedarf nach rechts oder links verschob.
Die Vorwärtsbewegung bestand nun darin, den Besenstiel so schnell wie möglich an mich heran zu ziehen und wieder nach vorne zu drücken. Immer wieder, immer wieder.
Je schneller ich drückte und zog, umso schneller wetzte ich durch die Wohnung.
Kaum war ich in der Lage, den Holländer selbst nach unten zu tragen, landete ich auf dem Bürgersteig und raste los.
Zuerst raste ich am Vorgarten entlang, dann, schon ein wenig ausser Puste, einmal um die Ecke bis zur nächsten Haustüre.
Dabei immer geschickt um die wenigen Hundehaufen herum.
Damals machte sich noch niemand in die Hose, weil Hundekacke herumlag.
Die Zahl der Hundebesitzer war ja noch recht klein.
Bei und im Haus zwei, nebenan ein Spitz, und das war es schon.
Die Hunde aus unserem Haus waren Brüder, große Münsterländer, und die Jagdhunde von meinem Großvater und meinem Papa.
Die schissen damals dahin, wo sie wollten. Die HUNDE!
Aber wehe der Spitz kam in die Nähe. Der wechselte dann die Straßenseite und schiß auf den Spielplatz.
Von daher hatte ich also wenig Mühe, mit meinem Holländer darum herum zu rasen.

Sonntag, 5. Januar 2014

Leo N. Tolstoi - Anna Karenina

Nachdem wir gestern abend die hochdramatische Fernsehfassung erlebt haben, genügt der Liebsten ein kurzer Gang zum Bücherregal, und sie hält die Übersetzung von Hans Moser aus dem Jahr 1905,  erschienen in zwei Bänden bei Reclam in Leipzig, in der Hand.
Das ist der unschätzbare Vorteil einer eigenen Bibliothek, wobei sich deren Größe überschaubar hält.
Die 52 Kartons mit Büchern, die es aus Köln in den Westerwald geschafft hatten, versorgen uns bis heute mit dem nötigen Lesefutter.
Wir haben dann heute noch nach anderen Übersetzungen recherchiert, aber die Nuancen fallen nur dem Russischkenner vor die Füße, wir begnügen uns mit dieser Ausgabe.
Für mich persönlich ist diese Lektüre von enormer Aussagekraft, öffnet sich doch damit ein scharfer und ironischer Blick auf die russische Kultur im auslaufenden 19. Jahrhundert. Daß es auf diesem Hintergrund zur Revolution gekommen ist, verwundert einen überhaupt nicht mehr. Und daß im gleichen Maße dann auch noch Resteuropa, hier besonders das Deutsche Reich in Mitleidenschaft gezogen wurde, das passt wie die Faust aufs Auge. Der deutsche Adel durfte unter den Nazis nochmals aufblühen, das wars dann aber auch. Danach kamen dann Franz Beckenbauer, Kilius / Bäumler und am Ende des Regenbogens dann das Bobbele.
Aber ich schweife ab...
Das faszinierende an Tolstois Romanen ist die Ironie, die Brechkraft der Beobachtung und die unglaubliche Sprachmelodie, welche auch in dieser Übertragung zum Ausdruck kommt.
Und jetzt schließt sich der Kreis:
Ein solches Vergnügen, einen solchen Genuß kann man auch in den eigenen vier Wänden erleben, wenn man sich bei der Zubereitung einer Mahlzeit nur mit dem notwendigem Respekt vor den Produkten und einer gewissen Leidenschaft hingibt.
Dies gilt allen guten Büchern und frischen Reibekuchen bei Kälte auf der Terrasse.
Apfelkompott gehört dazu. Unbedingt!

Montag, 23. Dezember 2013

... und als ein Jahr vergangen ....

... Simsalabimbambasaladusaladim
Da war der Kuckuck wieder da.

Tja, ihr lieben Leute - so schnell geht das.
Und was ist in diesem Jahr so alles passiert!?
Am meisten belasten uns die vielen Kriege auf der Welt, das Elend der Menschen und die Gewalt durch die Waffen. Ich hoffe, daß wir die Chance ergreifen, und die Politik die Rüstungsindustrie an ihrem Aufschwung erfolgreich behindert. Mal schaun...
Der Tafelspitz für morgen lechzt schon nach der Brühe, um sich dann zart neben dem frischen Meerrettich zu präsentieren.
Die Wildschweinkeule ruht im Cabernet Sauvignon aus Chile, im Zusammenspiel mit Nelken, Lorbeer und Wacholder. Zwiebelwürfel mischen mit.

Ich wünsche Euch allen schöne besinnliche Tage und Stunden, laßt bitte nichts anbrennen!

Ich hoffe, Ihr versteht mal wieder, was ich meine...

Sonntag, 8. Dezember 2013

Kräuter unterm Schnee...

Bei der vorbereitenden Planung, was essen wir an diesem Wochenende, kam der Hansi Lafer mal wieder ins Spiel!
Wir hatten schon vor einiger Zeit seine Gulaschsuppe genossen, und wir waren uns sofort einig: Die machen wir wieder, weil das Wetter eh in die Richtung zeigt, und zweitens, diese sehr schmackhafte Suppe wirklich kinderleicht gekocht werden kann.
Gesagt, getan, Zutaten besorgt und beim Metzger dann nach dem sogenannten Zungenstück gefragt.
Habe ich hier, so die Antwort der freundlichen Fachverkäuferin, und auf der Waage landet ein riesiger Brocken Fleisch.
Den nimmt der Herr alle! juxt die Kollegin in meine Richtung.
Aber ich lehne lächelnd ab und verweise auf die gute Hälfte Und einen Markknochen!
Zu Hause angekommen, schneide ich das Fleisch in kleine Stücke und brate es in Butter kräftig an, schmeiße die Zwiebelwürfel dazu und lösche mit reichlich Brühe ab. Es folgen Pfeffer und Salz, Kümmel, Knoblauch, Rotweinessig, abgeriebene Zitronenschale und Tomatenmark. Als Suppeneinlage fliegen später Kartoffelstücke, rote, gelbe und grüne Paprika, in kleine Rauten geschnitten, hinterher.
Majoran, frischer Majoran, den Hinweis vom Hansi nehmen wir gerne an.
Die Liebste verschwindet mit Schere und Taschenlampe im schneebedecktem Garten.
Leise summend kommt sie wieder, legt das Kraut auf ein Wiegebrettchen und fängt an, es ordentlich zu zerkleinern.
Na, wie geht's jetzt weiter? fragt sie mich.
Hinein damit!
Und schon landet das gehackte Kraut in der Suppe.
Ich denke ein wenig verstohlen vor mich hin: So so, frisches Majoran ähnelt im Geruch doch sehr dem Bohnenkraut...
Das Essen ist fertig!
Ich habe den Tisch liebevoll gedeckt und wir beginnen mit der abendlichen Mahlzeit.
Es ist still.
Du, sagt sie zwischen zwei Löffeln, es war übrigens Bohnenkraut, wir haben gar kein Majoran im Garten...

Sonntag, 1. Dezember 2013

Die gute alte Rindfleischsuppe!

Bei diesem Wetter zum Ersten Advent braucht man eine heiße Suppe.
Pasta in brodo - Nudelsuppe!
In diesem Fall handelt es sich um eine klassische Rinderbrühe mit den üblichen Standards.
Salz, Lorbeerblatt, Nelke, Zwiebel und Wasser.
Das Wasser wird gesalzen und erhitzt, die Zwiebel wird halbiert und auf der Herdplatte ordentlich angeschwitzt und wandert dann mit zwei Lorbeerblättern und einer Gewürznelke in den Topf.
Als Fleisch habe ich die Schwanzrolle gewählt, weil das Ergebnis als sehr schmackhaft und leicht mürbe ausfällt. Tafelspitz geht immer...
Von Anfang an habe ich ein ordentliches Stück Sellerie und eine große Karotte hinzugefügt, zuweilen auch noch Porree. Diese Zutaten wandern allerdings nach dreiviertel der Garzeit in einen tiefen Teller, mit der Brühe als Kochs Bestes abgezweigt.
Dann kommen frisch gewürfelter Sellerie, Möhren und Lauch in die Brühe, um nun der Suppe den Rest zu geben.
Halt! Ich habe ja noch nicht erwähnt, daß auch drei mittelgroße Markknochen nebem dem Rindfleisch mitgekocht wurden. Das Mark liefert der Suppe den nötigen Stand und wandert beim Servieren jeweils auf die tiefen Teller der Töchter und des Vaters.
Dort gilt es mit den Fadennudeln, separat gekocht natürlich, als kleine Delikatesse.
Vor Jahren, als die Töchter noch deutlich jünger waren, haben sie sich geschüttelt und diesen Genuß des Vaters weit von sich gewiesen.
Das hat sich nun geändert.
Nicht geändert hat sich die Liebe zu einer guten, heißen Rinderkraftbrühe!

Mittwoch, 13. November 2013

Hilde spricht mal wieder...

Aus früheren Erzählungen ist ja bekannt, daß Hilde, geliebte Felldame und Besitzerin eines eigenen Johannes, der ihr bei Tag und Nacht die Türe zur Terrasse öffnet, gelegentlich mit speziellen Lauten sich selbst verständlich macht, aber auch, daß sie auf die freundliche Bemerkung zur Nachtzeit:
" Jetzt reicht es aber. Ab in die Küche, noch was fressen, und dann bitte auf deine Decke und Gute Nacht!"
sich vom Sprecher abwendet, die Küche besucht und dann mit einer Drehbewegung auf ihrer Decke landet, wo sie die Augenlider zum Schlaf senkt.
Nun hatten wir vor ein paar Tagen ein Spracherlebnis der besonderen Art.
Beim Herrschaftsgang durch den Garten folgte uns Hilde, wurde gestreichelt und bewundert, nachdem sie mal wieder einen ihrer rasenden Querläufe hingelegt hatte.
Wir standen nahe an der Terrassenlängsseite und bestaunten den Holunder, der inzwischen von den Vögeln vollkommen abgeerntet war. Diese ruhige Situation nahm Hilde dann zum Anlass, in Windeseile den Holunder zu erklettern, bis sie in einer Höhe gelandet war, wo die dünnen Äste sich zu sehr unter dem Krallengriff beugten. Dort hielt sie inne und blickte triumphierend auf uns herab.
Sie befand sich nun deutlich über der Terrassenbrüstung und machte Anstalten, sich vom Holunder auf das Geländer herabzulassen.
Alleine bei dem Gedanken wurde ihr klar, daß die dünnen Zweige einem Absprung nicht standhalten würden. Also änderte sie ihren Plan.
Sie begann, laut gegen den Holunder knurrend, sich in einer sehr geschickten Kreisbewegung wieder nach Unten zu orientieren, wobei das Knurren mit dem Absteigen immer lauter wurde, bis sie auf gleicher Höhe mit dem Terrassenboden den Holunder verliess, um sich auf den Lärchenbrettern sicher niederzulassen.
Wir waren sprachlos und die Felldame schritt erhobenen Hauptes an der äusseren Kante der Terrasse entlang, bis sie am anderen Ende angekommen war.
Uns war klar: Ohne das laute Knurren hätte der Holunder den Abstieg nicht erlaubt!

Mittwoch, 6. November 2013

Darf ich schon auflegen?

Keine Frage, wir sind nicht in der Disco, wir sind beim Edeka.
Wie, beim Edeka geht's ums Auflegen?
Ja, sischer datt - würde der Kölner sagen.
Diese höflich formulierte Frage wurde an mich gerichtet, nachdem ich, vor mir das leere Kassenförderband, den Zigarettenautomaten nach meiner Lieblingsmarke, Lucky Strike, untersucht hatte und das Markenzeichen vor lauter Bäumen im Wald nicht gefunden hatte.
Ich bemerkte die forschen Augen der kleinen Frau hinter mir, die diese Bemerkung losgelassen hatte und gleichzeitig den irritierten Blick der Kassiererin.
Oh mein Gott: Ich hatte ja noch garnicht aufgelegt!
Mein Einkaufswagen war ja noch voll mit den Dingen, die mir beim Rundgang durch den Laden in die Hände gefallen waren und anschliessend in diesem Korb landeten.
Und entgegen der Regel hatte ich noch nicht aufgelegt.
Gut, ich kann mich noch an die Zeiten erinnern, als wir vor den Telefonzellen am Eschenheimer Tor mit der druckfrischen FR in der Hand nach Zimmern oder Wohnungen telefoniert haben, und mit trippelnden Füßen darauf warteten, daß in der Zelle endlich aufgelegt wurde.
Aber jetzt, beim Edeka, diese Frage?
Ich schaute mir die Dame an, sie schaute freundlich zurück, und ich verstand endlich:
Jemand, der vor einem leeren Kassenförderband nicht umgehend auflegt, der stiehlt den Menschen die Zeit.
Ja, natürlich, sofort! Mir wurde heiß und kalt zugleich. Wie peinlich!
Ach, meinte die freundliche Stimme hinter mir, ich weiß ja nun garnicht, wieviel Platz ich bekommen werde! Daher meine Frage!
Ich begann sofort, die sieben Sachen aus meinem Einkaufswagen ordentlich aufs Band zu legen.
Erleichterung bei allen Beteiligten machte sich breit.
Und dann knallte auch noch die Zigarettenpackung aus dem Automatenschacht.
Puuuhhh, beim Auflegen mal wieder fast alles richtig gemacht...

Freitag, 1. November 2013

Es hilft nichts, die Äpfel müssen runter!

An so einem schönen Feiertag, an dem meine protestantische Großmutter immer und mit Ausdauer die Fenster zur Straße hin heftig und für alle Kölner sichtbar geputzt hat, an einem solchen Tag sollten wir die Äpfel abnehmen.
Das hat einen einfachen Grund: Die Stare sammeln sich zum Flug in den Süden und halten in den Bäumen eine kurze Rast. Und zu diesen Bäumen gehört leider auch unser Apfelbaum, der über und über mit dunkelroten Früchten bedeckt ist.
Nun, die Stare sind nicht doof und die Äpfel können sich nicht wehren.
Ähnlich wie die NSA mit dem Rest der Welt umgeht.
Aber ich schweife ab...
Das Wetter spielt uns in die Karten. Es regnet!
Die Stare finden das echt Scheiße und ziehen weiter, worauf die Liebste gekonnt reagiert.
Sie drückt mir den Staubsauger in die Hand und stellt fest:
So naß können wir die Äpfel sowieso nicht ernten. Aber staubsaugen, das kannste jetzt!
Nachdem ich mir einen Blaumann und Gartenclogs angezogen habe, umarmt sie mich zärtlich und meint:
Jemand, der dich nicht kennt, würde denken, du hättest richtig zu arbeiten!
Verdammt, keine Sonne in Sicht. Da muß ich wohl in den sauren Apfel beissen.
Ich fange mit der Küche an...
Auf diese Art und Weise kann ich dann meine Leistung von Raum zu Raum steigern.
Und nicht gleich von Null auf volle Pulle.
Pfiffig! Ja, und die Äpfel? Habe ich nicht vergessen...

Samstag, 12. Oktober 2013

Die Spinnen spinnen wirklich !

Bekanntlich leben wir ja auf dem Land, genauer gesagt im schönen Westerwald.
In einer solch friedlichen und sonnenreichen Umgebung ist man natürlich auch der Natur besonders verpflichtet, liegt diese doch ungefragt einfach so vor der Haustüre rum.
Der Natur verpflichtet ist dann auch die darin enthaltene Tierwelt, alles was kriecht und fliegt, Milane und Reiher, Uhus, Käuzchen, Tauben, Rehe, Schweine, Füchse und Hasen.
Und - naturellement - Spinnen.
Spinnen ohne Zahl, groß und klein, schwarz und rot, braun und gelb.
Die, von denen ich nun genauer berichte, gehören zur Gruppe der Kreuzspinnen.
Eine, dick und fett wie ein kleines Stück Würfelzucker, hat in mühevoller und tagelanger Arbeit
ein großes Netz gesponnen, welches die Schmalseite des Küchenfensters vollkommen abdeckt.
Am Abend kommt sie aus der Rolladenspalte zum Vorschein und setzt sich bis zum Morgengrauen in die Mitte ihres Kunstwerkes. Dieses Material ist von einer solchen Festigkeit, daß einer Hornisse der Weiterflug unterbunden wurde und sie in Windeseile von der Künstlerin eingesponnen wurde.
Nach einem Tag der Reifung verschwand dann diese Hornisse mit Haut und Haar.
Nur die Spinne war etwas breiter geworden.
Kommen wir nun zur Terrassentüre und der kleineren Schwester.
Deren Netz ist deutlich kleiner, das heißt ca. 40 mal 40 Zentimeter, aber ebenso widerstandsfähig.
Wobei sich komischerweise auch deutlich kleinere Fliegtiere verheddern wie beim Würfelzucker!
Aber dafür kann die kleinere Kreuzspinne mit einer anderen Besonderheit aufwarten:
In ihrem Radialelement tummeln sich dutzende winzige Spinnenkinder.
Zuerst dachte ich, daß mir meine Augen und die Ziliarkörperchen einen Streich spielen, aber nein, die wandernden Punkte vor der Scheibe waren winzige Spinnenkinder.
Nun, man muß jedoch sagen, dort, wo auch eine Hausfrau das Sagen hat, und nicht nur der ehrenamtliche Waldlehrpfadpfleger, dort haben Spinnen und ihre filigranen Kunstwerke leider eine begrenzte Daseinsdauer.
Das bedeutet konkret: Ab sofort haben wir nun wieder freie Sicht in den Westerwald, und die Spinnen spinnen sich jetzt woanders eine neue Falle. Klar, nicht mehr bei uns am Küchenfenster oder an der Terrassentüre. Dafür aber vielleicht dort, wo die Liebste gerne den Sonnenstrahlen folgt...

Montag, 23. September 2013

Die Vollhörsterei

Diese Headline gilt nicht den Teilnehmerinnen und Teilnehmern dieses Blogs.
Das ist ja wohl klar.
Klar aber ist auch, daß sich verschiedene Parteien dieses Landes von den Vollhorsten allmählich trennen müssen.
Peer, der keine Brücken Bauer. Der selbsternannte arrogannte Zwischenrufer, der seine Partei ohne Arg und Mühe unter die dreißig Prozent gedrückt hat.
Trittin, jämmerlich jaulend ob des Gegenwindes der Lobby, die den Grünen noch nie gewogen war.
Brüderle - mit Rösler und Bahr an der Seite - Jugend in Verantwortung sieht anders aus und trägt auch nicht mehr täglich einen Konfirmationsanzug auf.
Das arrogante Gequatsche, daß Frau Merkel nur weil sie...
Ich kann es nicht mehr hören!
Zweiundvierzig Prozent der deutschen Wähler haben verstanden.
Sie haben die Schnauze voll von neuen Steuern, neuen Gesetzen und neuen Kindergeldern.
Programme kann man leicht herbeibrüllen, aber sie müssen auch bezahlt werden können.
Und dann Die Linke.
In vielen Punkten haben sie Recht. Und daher haben sie auch gut gepunktet.
Sie haben klare Kante gezeigt, auch wenn mir vieles an dieser Kante missfällt.
Na und?
Das gehört doch dazu, daß wir in der Küche mal zu einem Würzmittel greifen, welches die Sauce erst richtig aufpeppt. Gut, muß nicht vom Uli Hoeneß kommen, der würzt die Schweiz und nicht die Bayern.
Obwohl, wenn ichs recht bedenke...
Schön! In diesem Blog heißt keiner Horst und es hat keiner den Vollhorst gegeben.
Danke dafür.
Aber wenn ich jetzt an die Verlierer denke! Die Vollhörsterei an sich!!!
Horst wird Förster - so der Titel meines ersten Buches.
Und, wie wars? Horst kümmerte sich um den Wald, die kleinen Tiere und die kleinen Bäume.
So ganz wie im echten Leben.
Ja, sagens mal, wie war denn die Strecke gestern Abend?
Ach, ganz gut...

Freitag, 13. September 2013

Nürburgring!

Wir besuchten einen der Ehrenämtler vom Naturschutz.
Nein, er hatte sich nicht selbst ins Bein geschossen, er hatte sich nur mal unters Messer gelegt.
Aber so geschickt, daß es ihm anschliessend deutlich besser ging!
Auf der Rückfahrt kamen wir am ruhigen Nürburgring vorbei.
Ja, ein guter Grund, diese Gelegenheit am Schopfe zu packen und bei hartem Eifelwetter mal die Strecke...
Kurz und gut: Wir stürmten den BMW-Block und standen direkt an Start und Ziel.
Also, oberhalb der Haupttribüne. Dort, wo Vettel und Hamilton bestimmt noch nie gestanden haben.
Alonso erst recht nicht. Ralph Schumacher schon eher...
Mit Kennerblick schweiften wir über die Pole, die BMW-Brücke, die Boxengasse.
Ja, die Boxengasse - natürlich ohne Boxenluder. Doch nicht mit uns!!!
Danach stieg einer der Mutigsten in ein Go-Cart und zog für zehn Minuten seine Bahnen.
Nach diesen zehn Minuten hatte er es auf ganze dreizehn Runden gebracht, der schnellste Jungspund spulte in der gleichen Zeit siebzehn Rundläufe ab.
Na und, dafür hat unser Naturschützer aber die Strecke mehr genossen.
Gut, Landschaft war nicht dabei, es war ja in der Halle.
Aber, wie sagt das schöne Sprichwort: Hauptsache, wir waren dabei!

Donnerstag, 29. August 2013

Die rasende Bäckersfrau

Ja, Herrschaftszeiten, es muß einmal gesagt werden:
Der rasenden Bäckersfrau sei Dank!
An jedem Freitag hupt es in der Ferne, die Ohren stellen sich auf, also bitte, die Ohren, meine Damen und Herren!, und ich schreite gemessenen Schrittes zur Geldbörse.
Aber ich habe ja noch Zeit.
Erst wenn das Hupen in unserer Straße ertönt, dann gleite ich elegant zur Haustüre und bewege mich durch den Vorgarten zur Garageneinfahrt.
Nun sehe ich den Bäckerswagen. Er steht noch bei der Nachbarin, aber gleich wirft sie sich hinter das Lenkrad und rast auf mich los.
Nein, natürlich rast sie nicht auf mich los. Die süße Fracht wird mit größter Vorsicht angelandet.
An der geöffneten Seitenscheibe winken Quarktörtchen von eleganter Sanftheit.
Berliner, Amerikaner und Nussecken lachen mich an. Der Streuselkuchen lockt mit Tagesfrische.
Aber das besonders Leckere ruht im Hintergrund. Die Holzluke.
Ein kerniges Brot mit deftiger Kruste und vollendetem Geschmack. Einmalig.
Und das Beste, das Allerbeste steht mitten im Wagen.
Die rasende Bäckersfrau.
Immer lächelnd, immer freundlich und immer wie aus dem Ei gepellt.
Zuweilen wird sie vom Ehemann begleitet. Genauso freundlich und mit den gleichen Attributen.
Halt! Bis auf Eins: Er parkt gerne mitten auf der Straße.
Ja mei, dann sehen mich die Leut!!!
Wir lachen und ich treffe meine Wahl.
Nussecken, Quarktörtchen und die Holzluke.
Danke, ihr Leute aus Oberlahr!

Mittwoch, 14. August 2013

Gulaschsuppe, Sauerstofftank und Chili con carne

Der Hansi Lafer hat ja eine Kochschule geschrieben. Oder schreiben lassen.
Auf jeden Fall haben wir dieses wirklich gute und schöne Kochbuch schon seit Jahren im Regal.
Nun findet die Liebste die Zeit und Musse, sich in dieses Buch hineinzublättern und einige schöne Vorschläge zu machen.
Gulaschsuppe.
Der Hansi nimmt dafür ein gutes Fleisch, ich nehme Tafelspitz, und mache mit bekannten Zutaten und frischen Paprikas, Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch, Kümmel, Oregano, Zitronenschale, Tomatenmark und einem Löffel Essig daraus eine wunderbare Suppe, die durch die Komposition der Zutaten einen sehr, sehr leckeren Eindruck hinterlässt. Wunderbar.
Vorher waren wir im Wald, wo liebe Menschen kleine, selbstgestaltete Hinweisschilder aufgestellt haben:
Sauerstofftank
Dieser Sauerstofftank führt auf angenehmen Waldwegen einmal rund über unser kleines Dorf und endet nach fünf Kilometern mit leichtem Schwitzen wieder an den Gerichtseichen. Zwei stattliche Bäume mit über 250 Jahren auf dem Buckel.
Danach landen wir wieder beim Hansi in unserer Küche und beginnen das Chili con carne.
Um das Kochen zu verkürzen, greifen wir zu frischem Rinderhack, Zwiebeln, Knoblauch und Tomatenmark, Paprika, Mais und Kidney-Bohnen.Zwei getrocknete Chilischoten genügen, fertig ist der Eintopf. Auch hier rundet die Komposition wieder das Gesamtbild ab. Wunderbar.
Danke, Hansi und danke für den schönen Wanderweg.

Samstag, 3. August 2013

Porno im Garten

Der Gartenschlauch leckt!
Voller Empörung steht die Liebste im Garten, den brausenden Schlauch in der Hand, und es ertönt der laute Vorwurf:
Der Gartenschlauch leckt!
Tatsächlich, an jeder Stelle, wo eine Verbindung eines ehemaligen Schlauchendes mit einer neuen Verlängerung einhergehen sollte, genau dort macht sich mit einer kleinen Fontäne die Mangelhaftigkeit dieser Verbindung deutlich.
Wahrscheinlich haben Generationen von männlichen Gartenschlauchkennern sich darin bemüht, diese Verbindungen mittels Schellen und Drähten herzustellen, aber die danach benötigten Umwicklungen von gebrauchten Taschentüchern oder schmalen Streifen von Küchenhandtüchern weisen auf den größten Mangel hin:
Der Gartenschlauch leckt!
Er leckt vor allen Dingen dann, wenn das Wasser mit größtem Druck angefordert wird, um auch den letzten Winkel des Gartens zu bewässern.
Wir brauchen einen neuen Schlauch, ruft die Liebste.
Und zwar einen Schlauch, der nicht schon leckt, wenn er nur an der Wand hängt.
Nein, einen Schlauch, der ohne zu Lecken seine Pflicht erfüllt und einfach nur Spaß macht!
Den man nicht mit zahlreichen Fontänen hinter sich herzieht und der an Stellen bewässert, die der Bewässerung garnicht bedürfen!
Ich habe verstanden.
Auf zum Baumarkt/Gartenzenter und mindestens 30 Meter Schlauch kaufen.
Gesagt - getan.
Wir haben nun einen neuen Schlauch, der nicht leckt.
Manno, ist der schwer, stöhnt die Liebste...

Dienstag, 16. Juli 2013

ENDLICH !!!!

Du meine Güte, das hat ja gedauert.
Kein Sommerloch für Peer. Nix. Nada. Niente.
Und dann kommt der Herr Snowden.
Endlich. Da haben wir den Weihnachtsmann, Osterhasen und Pfingstochsen auf einmal.
Nein, ich meine nicht den Herrn Snowden.
Ich meine den Verfassungsbruch.
Verfassungsbruch?
Ja, hat der Peer doch gesagt: Verfassungsbruch!
Die Frau Merkel hat die Verfassung erbr... ähm... gebrochen.
Wie, die Verfassung gebrochen?
Ja, weil sie nicht mit dem Friedrich rübergeflogen ist.
Der Friedrich flog rüber. Dann haben sie ihm ein Glas Wasser angeboten.
Sagt er: Thank you my friend!
Sagen die: Auf Wiedersehen, und grüßen sie Frau Merkel!
Hat er dann vor lauter Aufregung vergessen.
Sagt sie: Nun, wie war's?
Schlecht, ich musste brechen...
Was, so schlechte Verfassung?
Ja, leider...
UND JETZT KOMMT PEER !!!

Dienstag, 25. Juni 2013

Der Duft der Rose ...

Es herrscht Stille.
Der Sommer zeigt sich von seiner holden Seite und lässt 35° Grad warme Luft ins Haus strömen.
Aaaaahhh, welch ein Genuß.
In diese Stille verirrt sich ein tiefes, ruhiges Brummen.
Leicht irritiert erhebe ich meinen Blick und schaue in Richtung Terrassentüre.
Die Stille brummt. Es ist frühe Mittagszeit und kein Rasenmäher rattert.
Die Kirchenglocken schweigen in der Ferne, der Kühlschrank summt leise.
Ja, leisest!
Aber: Es brummt.
Auf der Anrichte, direkt hinter der weit geöffneten Terrassentüre, steht in der Vase eine einzelne Rose.
Diese Rose brummt.
Die Rose brummt? Mein Gott, ich trank Kaffee, brachte ein Brötchen mit Butter und Erdbeermarmelade zu mir und hatte den Genuss von Milch und freilaufenden Eiern.
Was brummt dort?
Mit leichtem Schwung verlasse ich den Lesesessel und bewege mich auf leisen Sohlen in Richtung Rose.
Eine dicke Hummel tummelt sich in Mitten der roten Blüte.
Sie ist von deren Duft und Größe schier überwältigt.
Es ist so, als tauche sie in der Mitte der Blüte in einem Meer von Staubgefässen und Duft.
Ja, ich sehe es deutlich: Diese Hummel taumelt vor Lust.
Oder ist es die Hitze, die ihr und mir zu schaffen macht?
Egal - wir beide lassen diesen Augenblick einfach einmal auf uns wirken.
Der süße Duft des Sommers und die süße Qual der Hitze.
Einen Schluck vom frischen Wasser, und die Hummel taumelt in den Gartenhimmel.
Aaaahhh - Sommer!

Dienstag, 28. Mai 2013

K u K ! Ich fasse es nicht ...

Ohne jetzt in die Geschichte Europas einzusteigen, also Wien, Österreich, Ungarn, Prag und Böhmische Küche, das Wiener Schnitzel nicht zu vergessen, hatte ich gestern eine andere Interpretation vor Augen:

Kater und Kumpel!

Friedlich lesend sitze ich im Terrassenzimmer, draussen toben die Vögel durch das Kruzifixwetter, als ich aus dem Augenwinkel eine Bewegung an der offenen Terrassentüre bemerke.
Jedoch bin ich einfach zu entspannt, um mich weiter darum zu kümmern.
Weiter darum zu kümmern?
Ja, was sehe ich denn da?
Der jugendliche und neugierige Kater des Nachbarn ist auf dem besten Weg in unsere Küche, dort befindet sich die ungesicherte Futterstelle von Hilde.
Ein Sakrileg, das weiss er genau!
Deshalb schleicht er auch fast auf den Brustwarzen durch die Türe, immer Richtung Küche.
Mit einem Ruck und einem Grunzlaut, bitte Herrschaften, jetzt keine falschen Assoziationen, bitte!, fahre ich hoch und fliege förmlich durch den Raum.
Aber darauf ist Paule, so heisst der Kater, natürlich bestens eingestellt.
Er fliegt schneller vor mir her und rast über die Terrasse und die Gartentreppe in die Freiheit.
Aber was ist DAS ???
Am Ende der Treppe steht eine zweite Katze, schwarz-rot gesprenkelt, und schaut mich fragend an.
Diese Katze ist höchstens ein halbes Jahr alt und völlig ahnungslos was das Betreten fremder Grundstücke angeht.
Offensichtlich der Kumpel vom Kater und vermutlich weiblich.
Daher bleibe ich bei dieser Definition, weil mir für den Kumpel die weibliche Form fehlt.
Und, sollte es doch ein kleiner Kater sein, dann stimmt die Bezeichnung erst recht.
Mit ängstlichem Blick überlegt die Katze, in welche Richtung das fremde Grundstück wohl unauffällig verlassen werden kann, denn von Paule ist ja nun weit und breit nichts mehr zu sehen.
Schliesslich wendet er sich um und springt auf die kleine Gartenmauer der Nachbarin.
Danach folgt die bekannte Art des Rückzuges.
Langsam, dabei immer schneller werdend, läuft er bis zum Ende der Mauer und biegt dann zu den anderen Gärten ab.
Tja, rufe ich in Gedanken hinterher: Das Leben, ein ewiges Abenteuer!!!

Mittwoch, 22. Mai 2013

Nicht mit mir !!!

Ein solches Sauwetter am 22. Mai 2013 - nicht mit mir.
Eine kranke Katze, die unbedingt raus will - nicht mit mir.
Ein fremder Kater, der Nachts ans Fenster klopft - nicht mit mir.

Aber: Mit mir selbst am Steuer lande ich auf der Rückfahrt von Neuwied nach Hause beim Bio-Bauern Hofgut Müller in Neuwied-Torney.
Hinter und neben der Theke eine quietschvergnügte, junge Verkäuferin die besten, tagesfrischen Spargel anbietet. Ich entscheide mich für die Spargelköpfe und freue mich über die Geschwindigkeit, mit der die junge Frau meinen Einkaufskorb füllt. Darf es sonst noch etwas sein? Auf diese Frage antworte ich mal wieder nicht wahrheitsgemäß aber ehrlich: Nein danke! Und fahre voller guter Laune nach Hause.

Ach, du Schreck! Ich habe völlig vergessen, dass am Freitag die Kölner Freundinnen der Liebsten ihren Besuch angekündigt haben. Die Spargelköpfe reichen nie im Leben. Was tun?

Ja, Hertha, geliebte Freundin und Dame von Welt: Du bekommst deine Maissuppe.
Ein Rezept nach Tim Mälzer, federleicht, superlecker und in 15 Minuten auf dem Tisch.
Knoblauch in feine Scheiben geschnitten, eine Chilischote kleingemacht dazu und in Butter oder auch Olivenöl anschwitzen, sodass der Knofel mit leichter Farbe anzieht. Zwei Dosen Mais abgetropft hinzu, mit Gemüsebrühe auffüllen und 100 ml Schlagsahne dazugiessen. Vorher unbedingt eine halbe Tasse von dem Mais zur Deko abzweigen. Aufkochen lassen, pürieren, abschmecken, fertig.

Ein Baguette wird in Scheiben leicht angeröstet dazu gereicht.
Einen solchen Wunsch schlage ich doch nicht aus. Nicht mit mir!
Tipp von der Großen: Süsskartoffel in Würfelchen rösten und reingleiten lassen. Jau, mach ich!

Montag, 6. Mai 2013

R U H E ! ! !

Dröhnend dräut ständige Ruhe durch die Küche - aber dann:

Der erste Spargel sticht.

Die Liebste schlenderte in Köln vor Sankt Aposteln hin und her, vor sich die besten Auslagen der Spargelbauern aus der direkten Umgebung. Da wurde nicht lange gefackelt und sie hat sich für ein Kilogramm entschieden, welches als Titelbild vom Feinschmecker bestens geeignet gewesen wäre.

Aber natürlich landeten die Stangen der Königin dann im Westerwald, genauer: Vor mir und dem Spargelschäler von WMF. Der Hinweis sei gestattet, denn damit gelingen auch dem dümmsten Schäler der Welt die dünnsten Schalen. Echt jetzt!

Mit den Schalen, den Spargel-Enden, Salz, Zucker und einem Stück Butter wurde der Sud hergestellt.

Rein mit den Stangen, nach 14 Minuten Kochzeit heraus damit, noch Biß (wichtig) und auf den Tisch.
Schweinemedaillons mit Estragon-Sahne-Sauce ergänzen die kleine Mahlzeit, Kartoffeln angeschwenkt.

Ruhe begleitet uns beim Genuß, köstliche Ruhe.

Aaaaahhhh, Herrschaften, bitte folgen Sie mir!

Sonntag, 21. April 2013

Rhabarber und Spargel, wo seid ihr??? Vom Öl ...

Ein ganzes Wochenende ohne Rhabarber und Spargel, das kann ja nur im Frust enden.
Aber nicht mit mir! Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
Auf dem Weg nach Neuwied kamen wir zwar an einem der größeren Spargelbauern vorbei, aber da ja die Sonntagsruhe beachtet werden muss, blieb mir der Einkauf beider wohlschmeckenden Gemüse verwehrt.
Nun warte ich auf den Montag, aber so wie das Wetter sich jetzt zeigt, kalt und leicht verregnet, habe ich die mögliche Hoffnunf auf das frische Gemüse reduziert.
Ich befürchte, dass die kleinen Mengen, die gestochen oder gebrochen werden, einfach nicht ausreichen, um dem Ansturm der ortsansässigen Bevölkerung stand zu halten.
Und da ich ja in einiger Entfernung vom Spargel ansässig bin, werde ich mich wohl an der bekannten Grünen Sauce erfreuen. Deren Kräuter stehen zum Teil ja bereits in ausreichender Zahl und Menge zur Verfügung.
Direkt in unserem Garten, unterhalb der Terrasse. Täglich von mir begutachtet und gepflegt.
Für die besuchenden Töchter gab es diesen Frühjahrsklassiker mit Bratkartoffeln schon am Samstag.
Mit Bratkartoffeln? Ja klar, deftiger und geschmackvoller geht es nicht!
Die rohen Kartoffeln werden kleingeschnitten, gewürfelt oder in Scheiben, und kommen dann in die schäumende Butter, die in einer schweren Gusspfanne schmurgelt.  Die Zwiebel zum Schluss darf natürlich nicht fehlen. Das ist wie Butter bei die Fisch!
Ich koche nur noch mit Butter, egal was kommt, kein Öl, erst recht kein Olivenöl mehr.
Warum? Ganz einfach - die Öle, die hier als nativ und kaltgepresst angeboten werden, kommen bei uns nicht mehr in die Küche, nachdem die Tochter in Kreta war und uns von dort das Olivenöl des Gastgebers mitgebracht hatte. Der Vergleich zu den hier angebotenen Sorten fiel so verheerend aus, dass diese Öle aus dem SB oder Einzelhandel bei uns keine Zulassung mehr finden.
Liebe Gäste, ich lade Euch alle ein, auch einmal diese Probe zu machen.
Ihr werdet sehen, schmecken und fühlen: Der Mann hat Recht...
Danke. Bittegerne.

Freitag, 19. April 2013

Spargel, wo bist du???

Normalerweise beginnt man einen kleinen, neuen Text nicht mit dem Wörtchen: ICH.
Das fiel mir heute aber mal verdammt schwer.
Ich bekam aus den Nachrichten mit, dass die Polizei in Boston einen Mann erschossen hat, bei dem die Ärzte die Anzahl der Einschüsse nicht mehr feststellen konnten. Das entsetzt mich total.
Und um mir oder auch anderen einen kleinen, unbedenklichen Seelenfrieden zu geben, habe ich mich zu dieser harmlosen Überschrift entschlossen.
Ich bin einfach zu aufgewühlt über diese ganzen Ereignisse und das Grauen, welches uns hier in der Ferne trotzdem entgegenschlägt. Zumal mir bekannt ist, dass einige der Gäste in diesem Blog die Verhältnisse in den USA zum Teil wirklich sehr gut einschätzen können.
Trotzdem möchte ich hier nicht nur meinem Entsetzen Ausdruck verleihen, sondern auch meiner Trauer.
Diese Trauer ist natürlich nicht mit dem endlosen Warten auf den ersten Spargel vergleichbar.
Aber ich kann den Lauf der Zeit nicht ändern, zum Glück!, und warte nun schon seit vielen Tagen auf die Königin des Gemüses.
Das erste Angebot, welches mir vor Augen kam, lag bei € 24,99 pro Kilogramm.
Da wandt ich mich mit Grausen.
Auf der anderen Seite haben wir hier schon so viele verschiedene Arten der Zubereitung ausgetauscht, dass ich dem ersten Einkauf mit Hochspannung entgegen sehe.
Die Zeichen stehen auf der Rheininsel Nonnenwerth oder dem Neuwieder Becken.
Wobei ich glaube, dass die Lüneburger Heide auch ganz hervorragende Sandböden für die Königin bereit hält. Vom Land um Heidelberg oder Freiburg will ich garnicht weiter schwärmen.
Weiterstadt, Dürkheim, Münster oder Voreifel - Geniesserherz, was will man mehr.
Gespannt bin ich allerdings diesmal auf den ersten kalten Spargelsalat a la Frau Wagner aus Puderbach.
Sie hat mir schon vor zwei Jahren ein köstliches Rezept verraten, bei dem mir während der Beschreibung das Gehirn eine Meldung schickte: Machen, unbedingt machen.
Von Frau Wagner stammt auch eine wunderbare, aber traurigrichtige Bemerkung:
Wenn man wirklich gut kochen kann, dann macht das Essen gehen oft einfach keinen Spass mehr.
Dem schliesse ich mich an.
Aber: Es leben die Ausnahmen, die Küchen in der Nähe oder in der Ferne, die uns und den  Menschen, die wir lieben, vielfältigen Genuss bieten, mit Freundlichkeit serviert und mit Respekt vor dem Produkt zubereitet.
Spargel, kannst kommen!

Sonntag, 7. April 2013

FRÜHLING ! Alles muss raus ...

VOM EISE BEFREIT SIND STROM UND BÄCHE
DURCH DES FRÜHLINGS HOLDEN, BELEBENDEN BLICK

Besser kann man es nicht in Worte fassen.
Dazu dann noch Mozart, Bach und die milde Sonntagssonne im Westerwald.
Wir hatten vor ein paar Tagen das große Glück, die Zauberflöte als Direktübertragung aus Baden-Baden im TV zu erleben. Herr Simon Rattle mit den Berliner Philharmonikern - beim Schlussapplaus hatten wir Tränen der Begeisterung in den Augen, obwohl es draussen sehr dunkel war und bitterkalt.

Aber jetzt: Die Krokusse krachen mit ihrem Gelb der Sonne entgegen, am blauen Himmel hat Wärme die letzten Kältewolken hinweggefegt, kräftige Knospen am Flieder bieten der Kälte die Stirn, Violinkonzerte und Koleratursoprane schreien von den Bäumen: Der Frühling ist da!

Du meine Güte, das hat lange gedauert. Legte ich das Daunenplumeau zum Lüften auf die Brüstung, musste ich es in den vergangenen Tagen schon Minuten später vor dem Nieselregen retten. Vorbei!

Hilde rast voller Freude einmal quer über die Wiese, einmal kurz die Vogelkirsche hoch, fixiert uns rasch mit scharfem Blick;  und dann wieder abwärts zu unseren Füßen und quer durch den Garten. Am Pflaumenbaum liegt eine kleine Kuhle voll in der Sonne und Hilde donnert sich rückenwälzend dort hinein.

Aaaahhh, in der Küche wartet die selbsgemachte Schwarzwälder Kirsche auf ihre Fertigstellung.
Kann sie haben, mit allem, was dazu gehört. Mit Allem? Nicht ganz, den Kirschgeist habe ich vergessen.

Aber darauf kommt es jetzt nicht mehr an. Unter all den Pflanzen im Garten locken mich nun die zarten Triebe vom Estragon, Kerbel, Kresse, Liebstöckel, Pimpinelle, Petersilie, Borretsch und Schnittlauch.
Den Sauerampfer nicht zu vergessen. Nachwachsende Gesundheit.
Ja, Grüne Sauce, bald schmückst du Tisch und Gaumen. Herzlich willkommen!

Dienstag, 2. April 2013

Tafelspitz vom Kalb und Forellen

Der Kölner an sich nimmt die Dinge so, wie sie kommen.
Heraus folgt die Erkenntnis: Es ist noch immer gut gegangen!
Dies als Einleitung in Hochdeutsch, damit den Leserinnen und Lesern kein Augenkrebs droht.
Nun, wie kam ich zum seltenen Tafelspitz vom Kalb?
Die Schwarzhaarige, sehr lustige und pfiffige Metzgereifachverkäuferin musste, auf meine Bitte, im Kühlhaus nachschauen, ob überhaupt noch etwas vom Kalb vorrätig war.
Gesagt, getan, geliefert.
Auf den ersten Blick war mir klar, welche Seltenheit dort nach mir schmachtete.
Vice versa. O.k. ich weiss, für die Damen gilt vice versace...
Zum Tafelspitz orderte ich noch zwei Markknochen, um der Sauce den nötigen Stand zu verschaffen.
Fett zaubert Geschmack, und ich verzauberte die Sauce zusätzlich mit Tomatenmark, süssem Paprika, Zwiebeln, Möhren, Liebstöckel und frischem Sellerie. Alles zusammen, nein, natürlich erst nach dem Anbraten, in den Le Croiset und dort mit Deckel in den Backofen bei 170° Grad für sechzig Minuten. Danach den Ofen aus und ruhen lassen.
Jedoch landete alles bei Minusgraden auf der Terrasse, weil der Sohn des Nachbarn geklingelt hatte.
Unser Speiseplan hatte sich geändert.
Er stand freundlich lächelnd mit zwei frischen Forellen aus dem Westerwald vor uns.
Beim Einkaufen hatte ich den Herrn Papa vor dem Metzger getroffen und dabei erfahren, dass am gleichen Tage mit seinen Petrijüngern das jährliche Anangeln am Forellenteich stattfinden sollte.
Dies hatte ich bis(s) zum Abendrot (Sic) vergessen, und umso größer war die Freude, als der Sohnemann dann in unserer Diele stand.
Die absolut fangfrischen Forellen wurden nur leicht gesalzen und gepfeffert, bemehlt und in schäumender Butter gebraten.
Köstlich!!! Nur Kartoffeln dazu schwenken, Karottensalat und einen leichten Riesling. Danke.
Der Tafelspitz folgte am nächsten Tag mit breiten Nudeln dem Besuch der Töchter, die sich leicht beschwerten:
Menno, wir hätten auch gerne mal wieder frische Forellen gehabt!
Versprochen - kommt. Die kennen ja ihren Papa...